Bald keine Armut mehr in der Schweiz ??
Berater aller Branchen tuen sich soweit immer ganz leicht bei ihrer Tätigkeit. Führen sie dann noch einen eigenen Blog, läuft es ihnen ganz ungeniert aus der Tastatur, was der Tag und die Meldungen so hergeben. Es herrscht auch in dieser Branche ein Verdrängungswettbewerb, sodass man schon mal voreilig den einen oder anderen Artikel ablässt. Voll im Bewusstsein und nach meiner bisherigen nicht eben kurzen Berufserfahrung, das sie für das Gesagte oder Geschriebene nie direkt in Haftung genommen werden.
Jede Regierung hat schon Millionen von Franken in den Sand gesetzt um sich von Fachleuten und Konsulenten beraten zu lassen. Offenbar scheint man bei der Caritas dem Jahr der Armut entsprechend, auf den Zug aufspringen zu wollen. Laut Caritas-Forum 2010 ist Armut in der Schweiz nicht augenfällig und bedeutet selten, ums nackte Überleben kämpfen zu müssen (?). Noch dazu im internationalen Vergleich. Doch Armut ist kein Seltenheit, wenn sie verstanden wird als prekäre Lebenslage, geprägt von finanzieller Knappheit, gesundheitlichen Schwierigkeiten, beengten Wohnverhältnissen und sozialem Ausschluss. So verstandene Armut hat gravierende Folgen für einzelne Menschen und Familien, wie auch für die Gesellschaft als Ganzes.
Jede Regierung hat schon Millionen von Franken in den Sand gesetzt um sich von Fachleuten und Konsulenten beraten zu lassen. Offenbar scheint man bei der Caritas dem Jahr der Armut entsprechend, auf den Zug aufspringen zu wollen. Laut Caritas-Forum 2010 ist Armut in der Schweiz nicht augenfällig und bedeutet selten, ums nackte Überleben kämpfen zu müssen (?). Noch dazu im internationalen Vergleich. Doch Armut ist kein Seltenheit, wenn sie verstanden wird als prekäre Lebenslage, geprägt von finanzieller Knappheit, gesundheitlichen Schwierigkeiten, beengten Wohnverhältnissen und sozialem Ausschluss. So verstandene Armut hat gravierende Folgen für einzelne Menschen und Familien, wie auch für die Gesellschaft als Ganzes.
Holen sie sich einen Betriebsberater ins Haus. Der wird ihren Betrieb soweit es seinem persönlichen Können entspricht durchleuchten und ihnen unangenehme Dinge sagen, die sie ohnehin schon wussten, aber bisher verdrängt haben. Dafür zahlen sie noch eine saftige Rechnung. Geht ihr Betrieb mit seinen/ihren Ratschlägen und Empfehlungen trotzdem den Bach ab, so wird er nie mithaften. Den Kopf hinhalten werden immer sie. Für meine Wiedergeburt sehe ich im Beruf eines Berater, einen der ersten, welche ich schon mal in die engere Wahl nehmen möchte.
Das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung ist für die Caritas Anlass, das Thema Armut erneut auf die sozialpolitische Agenda zu setzen. Das Caritas-Forum soll dazu beitragen, dass 2010 nicht nur ein besonderes Jahr für die Armutsdiskussion, sondern auch ein Jahr für die Armen und gegen die Armut wird.
Schon über die Definition was ist eigentlich Armut, könnte man stundenlang diskutieren. Man kann sich auf zwischenstaatliche Abkommen berufen und sie mit der EU vergleichen. Nur wäre das Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Auch wenn man sie, die Armut, der europäischen Definitionen angleicht, ändert sich im Alltag der hiesigen Armen weniger. MM hat in seinem Blog eine absurde Rechnung der BAZ zum Thema wiedergegeben. Tatsache bleibt, auch statistisch wird das angepeilte Ziel der Caritas Armut zu halbieren ein Wunschdenken bleiben. Vielleicht mag es daran liegen, dass die Caritas manchmal mit zu grosser Kelle anrichtete und die Armen in der Schweiz etwas vergisst und zuviel international tätig wird. Gut, das wäre vielleicht unfair bei Haiti. Zumindest erwarte ich mir, das das Jahr über nur mehr Geld in die heimische, bedrohten Bevölkerungsschichten umgelenkt werden. Selbst Carisatläden haben mehr und mehr Schwierigkeiten an Ware zu kommen - ein Spiegel des Ist-Zustandes unserer momentanen Wirtschaftslage.
Wir sind in vielen Punkten mit der Kampagne der Caritas konform. Nach den Schätzungen der Caritas ist in der Schweiz jede zehnte Person von Armut betroffen. In der Eu jede Siebente. Der politische Handlungsbedarf sei hoch. Das Hilfswerk fordert eine Dekade der Armutsbekämpfung. Von 2010 bis 2020 “müsse“ die Zahl der armutsbetroffenen Personen in der Schweiz halbiert werden. Die Caritas legt mit dem Beginn Jänner einen entsprechenden Aktionsplan vor. Derzeit ist allerdings das tragische Erdbeben von Haiti im Fokus der Medien. Die Armut in der Schweiz muss warten.
Nur wird der Plan so ohne erkennbaren politischen Willen etablierter Parteien, auch der SVP und ohne tatkräftige Unterstützung der Wirtschaft nicht realisierbar sein. Mit 2010 beginnt eine neue Zeitrechnung. Die Vorzeichen stehen eher auf Sturm den auf Harmonie. Es muss endlich einen andere Sozialdiskussion Platz greifen. Das Instrument Sozialfirmen wurde in der Vergangenheit schon zuviel missbraucht. Dabei wird es noch falsch definiert. Die Keimzelle aller Sozialfirmen in der Schweiz waren schon lange vorher die Selbsthilfeprojekte von den Betroffenen. Umgekehrt lassen sie sich nicht unbegrenzt vermehren. Ausserdem buhlen heute schon zu viele um diesen ersten Arbeitsmarkt. Firmen die sich daran einen goldene Nase verdienen, genauso wie Firmen die auf einen Pool aus billigen Arbeitskräften zugreifen können und Betroffenen welche mit Sanktionen des RAV hin- und hergereicht werden, und dabei kränke rund kränker werden. Nebenbei spähen auch Behinderteneinrichtungen, Haftanstalten, Suchtbekämpfung mit Wiedereingliederung u.v.a.m. auf die immer kleiner werdende Schar von Vermittelbaren. Der Rest ist einfach entweder vor der Armut oder mit ihr wegen Krankheit weg vom Fenster – sprich nicht mehr vermittelbar. Dazu gibt es heute schon genug Erfahrungszenarien.
Dazu muss man/frau kein Berater sein um heute schon vorauszusagen, so wird es künftig nicht gehen. Wir werden helfen, wir werden unterstützen. Lobbieren. Nur den wirklich armustbetroffenen Mitbürgern falsche Hoffnungen vorgaukeln, lässt sich mit unserem Gewissen nicht vereinbaren. Dazu kennen wir die Szene zu gut. Nicht nur aus den Medien und Rechenspielchen, sondern am eigenen Leib. Deshalb sind wir froh um jede(n) engagierten Sozialarbeiter/in. Und halten Distanz zu jenen, die sich ins gemachte Nest setzten, nur weil sie einen berühmten Namen haben. Pioniere waren andere (DAZU usw.). Das kann man auch in den Archiven nachlesen. Nur ihnen wurden grosse bürokratische Hürden aufgebaut,
die man ohne bundesrätliche Beziehungen nicht so schnell lösen konnte.
die man ohne bundesrätliche Beziehungen nicht so schnell lösen konnte.
Somit stellt sich gar nicht die Frage, was die Caritas tun wird, wenn es kaum mehr Arme in der Schweiz gäben würde.