Montag, 31. August 2009

Jedes Ding hat zwei Seiten

Die Betrugsbekämpfung bei der Invalidenversicherung zeigt Wirkung. Mit dem neuen Konzept konnten seit einem Jahr 150 IV-Betrüger überführt werden. Die Pilotversuche in Ausland, speziell im Kosovo und in Thailand haben darüber hinaus zur Verbesserung der Betrugsbekämpfung im Ausland geführt. Oder doch nicht ganz. Der Angst der Behörden vor ihren "speziellen" Kunden hat man ja hierzulande mit Panzerglasabtrennungen gelöst, soweit dies baulich möglich war.

Seit dem 1. August 2008 werden alle neuen Gesuche für die Leistungen der Invalidenversicherung (IV) systematisch auf möglichen Versicherungsbetrug untersucht. Das gleiche Verfahren kommt auch bei der periodischen Überprüfung aller bestehenden Ansprüche zur Anwendung. Taucht ein Verdacht auf ungerechtfertigten Leistungsbezug auf, dürfen die IV-Stellen nun verdeckte Abklärungen vornehmen. Erst dieser Tage wurde meine persönliche periodische Überprüfung abgeschlossen und die IV-Rente weiterhin gut gesprochen. Inwieweit ich dabei verdeckt abgeklärt oder kontrolliert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Wäre auch etwas schwierig, wenn man die Wohnung nicht verlassen kann und sich in den öffentlichen Raum zu begeben.

2600 Verdachtsfälle standen zur näheren Eruierung bereit. In 150 Fällen haben sich die Bedenken erhärtet und die Spezialisten mussten ran. In 20 Fällen von Betrug wurden Gelder zurückgefordert und in 30 Fällen Strafanzeige eingereicht. Angebliche Schadenssumme 2,5 Millionen Franken. Das ist alles gut und schön und zu begrüssen. Denn jeder Fall von Betrug der aufgedeckt wird, hilft Betroffenen zu einer besseren Akzeptanz ihrer Leiden ohne Vorurteile in den Medien.

Null-Toleranz-Politik

Das Verfahren der sogenannten «Null-Toleranz-Politik» wurde im Ausland erfolgreich angewandt. Allerdings mit kleineren Einschränkungen. Zahlungen nach Kosovo wurden teilweise sistiert, da der Versuch ebenort nicht wunschgemäss verlief. Nach ernsthaften Drohungen musste die mit den Observationen beauftragte Firma aus Sicherheitsgründen ihre Ermittlungen einstellen. Deshalb wurden einschneidende Massnahmen ergriffen: Ab sofort werden alle IV-Renten nach Kosovo sistiert, deren Rechtmässigkeit fraglich erscheint. Aufgenommen werden sie erst wieder, wenn der Betrugsverdacht ausgeräumt ist.

Kommt mir irgendwie bekannt vor. Aus Sicherheitsgründen wurden ja hierzulande die Panzerglasschalter aufgebaut. Eben deshalb. Bis auf wenige Ausnahmefälle, weis sich eben ein Schweizer auch bei Amt zu benehmen. Besonders dann, wenn er menschlich behandelt wird und nicht als Bittsteller gesehen wird. Entschuldigt nicht einmal im Ansatz die leider tragischen Übergriffe in der Vergangenheit.

Ähnliches kenne ich ja von einer deutschen Serie zu Sozialbetrügern, wo das angereiste Team in Italien bei der Erkundung wegen einer Eigentumswohnung einer Bezieherin verfolgt und bedroht wurde und vorzeitig abreiste.

Sisyphusarbeit

Ein junger tschetschenischer Asylbewerber wird im Tram in Zürich ohne Ticket und Geld erwischt. Absolut kein Einzelfall. Denn Asylbewerber, die schwarzfahren und den Taxzuschlag nicht bezahlen, riskieren nichts. Auf Nichtwissen kann sich der ertappte Schwarzfahrer nicht berufen - seine zwei Begleiter verfügen über gültige Fahrausweise. Für die freundlichen VBZ-Kontrolleure ist dies tägliche Routine: „Wir machen hier im Grunde genommen Sisyphusarbeit, denn in der Regel bezahlen Asylbewerber den Taxzuschlag trotz mehrmaligen Mahnungen nicht." Irgendwann müssen diese Gebühren dann abgeschrieben werden. „Und plötzlich erwischen wir den gleichen Asylbewerber wieder beim Schwarzfahren, und das ganze unnütze Prozedere mit dem - jetzt erhöhten - und wieder nicht bezahlten Taxzuschlag beginnt von vorne", ergänzt der Kontrolleur.

Es geht hier nur um die Sache. So wie oben bei der IV Kontrolle. Hat mit Ausländerfeindlichkeit überhaupt nichts zu tun. Nur zeigt eben die Erfahrung, dass man als Schweizer sich lieber an die Gesetze und Gepflogenheiten hält. Ein Gesetz dass eigentlich für alle Menschen gleich sein sollte. Wenn ich also anstatt freundlich zu sein, etwas rabiater auftrete oder mich auf meinen Status als Asylant berufe komme ich eher davon.

Man kann das sicher nicht verallgemeinern. Liegt mir auch fern. Nur darüber nachdenken ist noch erlaubt (glaube ich zumindest?). Wir haben ja seit jüngsten Statistiken wieder einen Bevölkerungszuwachs von rund 180.000 Zuzüglern. Menschen aus anderen Kulturen, die hier für uns ihre oft nicht einfache Arbeit verrichten. Der grösste Teil akzeptiert dabei auch die hiesigen Gesetze und Gepflogenheiten. Der Grat zwischen Toleranz und Ignoranz ist ein schmaler. Das ist eben ein Ding mit zwei Seiten. Ist halt so einen Sache mit der Gleichheit. Oder wie hat es Frau BR D. Leuthard am 1.August angetönt : Richtig - dem "Wirgefühl" !

Samstag, 29. August 2009

Freitag, 28. August 2009

Vetterliwirtschaft bei der SVA SG

Dem derzeitigen Direktor Linus Dermont der SVA St.Gallen wird vorgeworfen, im Amt Vetternwirtschaft zu betreiben, schrieb die Sonntagszeitung. Seine Lebenspartnerin wurde in die Geschäftsleitung der SVA berufen, ihr Bruder arbeitet in der Medienstelle und die Tochter absolviert ein Praktikum bei der SVA.

Die Verwaltungskommission überwacht die Geschäftsführung der SVA St.Gallen und nimmt weitere übergeordnete Aufgaben wahr. Der Vorsitz der Verwaltungskommission liegt immer bei der Vorsteherin oder dem Vorsteher des kantonalen Departements des Innern. Derzeit präsidiert Frau Regierungsrätin Kathrin Hilber (Mitglied der Sozialdemokratischen Partei SP)

In einer Stellungnahme heisst es: «Die Verwaltungskommission legt in diesem Zusammenhang Wert auf die Feststellung, dass die SVA St.Gallen als Kompetenzzentrum im Vollzug von Sozialversicherungsleistungen auf allen Ebenen eine gute Arbeit leistet und kompetent die an sie gestellten Aufgaben erfüllt.» Daraufhin folgt eine Einschränkung: «Die Verwaltungskommission stellt gleichzeitig fest, dass sie den Entscheid, die Lebenspartnerin des Direktors in die Geschäftsleitung zu wählen, aufgrund von Informationen getroffen hat, die sich nachträglich als zum Teil widersprüchlich erwiesen haben.» Auch die Finanzkontrolle wurde eingeschaltet.

Barbara Gysi, die Präsidentin der SP Fraktion fordert eine schonungslose Klärung: „Es darf nicht sein, dass der Direktor der SVA Personen aus seinem privaten Umfeld bevorzugt befördert und die Verwaltungskommission diesen Entscheid auch noch deckt.“ Die SP Fraktion hat deshalb eine Einfache Anfrage eingereicht.

Interessante Konstellation, wobei man auf das Ergebnis der Klärung gespannt sein darf, ergibt sich bei der Optik des Vorfalls doch die ein oder andere pikante Frage.
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Solothurner SKOS-Tage

Prävention, Aktivierung und Integration in Zeiten wirtschaftlicher Krise - 3./4. September 2009


Die Schweiz befindet sich am Anfang einer tiefen Rezession. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO rechnet für 2010 mit einer Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent, was für die Sozialhilfe klar absehbare Folgen hat: steigende Fallzahlen bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen der öffentlichen Hand. Diese Situation erfordert eine wirksame Prävention von Armut, damit Menschen nicht von der Sozialhilfe abhängig werden. Gleichzeitig braucht es Anstrengungen im Bereich der Integration, um die Unabhängigkeit von Sozialhilfebeziehenden zu fördern.

Die Tagung richtet ihren Blick deshalb einerseits auf die Prävention, wobei die Frühintervention bei Kindern und Jugendlichen im Zentrum steht. Andererseits setzt sie einen Akzent auf die Aktivierung und Integration. Nachdem die auf Anreize setzenden SKOS-Richtlinien vier Jahre in Kraft sind, soll ein Moment des Nachdenkens eingeschaltet werden. Verschiedene Workshops bieten die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und über erfüllte und unerfüllte Hoffnungen zu diskutieren.

Donnerstag, 27. August 2009

Firmentreue passé

Eine der Stossrichtungen der 5.IV-Revision geht in Richtung Eingliederung vor Rente. Bei dem hohen Anteil an psychischen Krankheiten, sicher eine berechtigte Überlegung sagen die Befürworter. Wie aber sieht es in der Praxis aus. Einerseits vermeldet das SECO steigende Arbeitslosenzahlen. Andererseits sieht der Sanierungsplan der IV eine befristete Zusatzfinanzierung über die Mehrwertsteuer als Teil eines dreistufigen Planes vor, dessen Ziel es sein sollte , das Defizit der IV durch Sparmassnahmen und vermehrte Eingliederung der Rentenbezüger zu stabilisieren.

So die offizielle Leseart. In der Praxis erkennt der Beobachter* in seiner aktuellen Ausgabe 17 mit einem Artikel den Trend der Grossunternehmen, in diesem Fall der Migros, die laut Autor wenig auf Firmentreue hält und Mitarbeiter mit 20-30 jähriger Firmentreue auf die Strasse stellt. Konkret werden 6 Fälle vorgestellt, welche grossteils mit Rückenproblemen kämpfen/kämpften und so in einem Fall sogar laut Chef ein potentielles Risiko für die Firma darstellten.

*Dabei ist die Migros zwar Grossbetrieb, gilt aber dem sozialen Erbe von Gründervater Gottlieb Duttweiler verpflichtet. So schreibt der Arbeitgeber von insgesamt mehr als 80'000 Angestellten in einem Grundsatzpapier: «Unser soziales Engagement und unser Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft verpflichtet uns, ein vorbildlicher Arbeitgeber zu sein.»

Umso verwunderlicher, dass sich dann partout kein Arbeitsplatz für einen 50 % IV-Rentnerin finden lässt. Wenn nicht bei 80.000 Angestellten, wo dann ? Rasch wird beteuert, dass dies Einzelfälle seien, die sich da an den Beobachter oder Kassensturz gewandt haben. Andererseits schreibt ein Bloggerkollege schon seit Jahren auf seinem Blog, über seine Erlebnisse und Erfahrungen als ehemaliger, langjähriger Mitarbeiter der Migros. Mit der Einführung des Mindestlohnes kommt es offenbar billiger, langgediente Mitarbeiter freizustellen und an deren Stelle solche einzusetzen, die eben um diesen, mit den Gewerkschaften vereinbarten Mindestlohn, zu arbeiten.

Mit Verlaub. Seit Jahren (1996)setzen wir uns mit unserer Webseite und heutigem Blog für die Bedürfnisse von Langzeitarbeitslosen und Sozialschwachen ein und haben noch während der aktiven Zeit des Arbeitslosentreffs in Gossau mitgearbeitet. Wir kennen die Praxis des Verleugnes und der Abwehrreaktion seitens Verantwortlicher. Wer hat es schon gerne im Fokus der Medien zustehen. Das ändert aber nichts daran, Erlebtes, Mobbing und Alterskündigung als Spinnerei einzelner Betroffener abzutun. Dass haben nämlich die Betroffenen umgekehrt auch nicht gerne. Vor allem nicht diejenigen, mit Familie oder ein paar Jahre vor der regulären Pension.

Mich verwundert schon, warum Situationen die im Alltag passieren, reflexartig in Abrede gestellt werden. Ich habe seinerzeit eines der ersten Arbeitslosenselbsthilfeprojekte der Schweiz überhaupt mit einem kleinen Kreis gegründet und geleitet. Das ist jetzt schon mehr als 13 Jahre her. Von Betroffenen für Betroffene. In dieser Zeit durfte ich viele Schicksale kennen lernen. Inklusive dem Eigenen. Das prägt. Deshalb finde ich es als unfair, wenn man sofort als "ungläubigwürdig" eingestuft wird. Ehrlichkeit währt am Längsten. Bei der Migros wird niemand von den Genossenschaftern gezwungen, die Firma so zu führen als ginge es um`s nackte Überleben. Gewinn ist auch nicht die primäre Maxime Duttweilers gewesen.

Deshalb sollte man einfach nochmals über die Bücher gehen, ob diese "zufällige" Anhäufung von Einzelkündigungen betriebswirtschaftlich wirklich notwendig sind. Nicht auf die Mitbewerber schimpfen, sondern vor der eigenen Haustüre kehren. Verantwortung übernehmen. Heute ist jahrzehntelange Firmentreue nicht mehr unbedingt gefragt, weil sie angeblich zeigt, dass man als Arbeitnehmer unflexibel sei. Nehmt trotzdem bei den Freistellungen nicht die Kranken und Ausgelaugten. Diejenigen, welche sich Jahre den Ar… aufgerissen haben. Denn die IV schickt sie euch ja (sh. oben) sicher zur Eingliederung wieder zurück.

Änderung der Verordnung über den Risikoausgleich

Zur Umsetzung der Revision des Risikoausgleichs in der Krankenversicherung, hat der Bundesrat Anpassungen der entsprechenden Verordnung verabschiedet. 2007 beschloss das Parlament, den heute geltenden Risikoausgleich mit dem Kriterium Aufenthalt in einem Spital oder Pflegeheim im Vorjahr zu ergänzen.

Das Parlament beschloss, dass der Risikoausgleich ab 2012 aufgrund einer revidierten Formel zu berechnen ist. Bisher galten nur Alter und Geschlecht als Kriterium. Versicherer, die unter ihren Versicherten weniger Frauen und weniger ältere Personen haben als der Durchschnitt aller Versicherer, mussten der Gemeinsamen Einrichtung KVG zugunsten von Versicherern mit überdurchschnittlich vielen Frauen und älteren Personen Abgaben entrichten. Gemäss der revidierten Ausgleichsformel wird neben dem Alter und dem Geschlecht neu auch der Aufenthalt in einem Spital oder Pflegeheim im Vorjahr, welcher länger als drei Tage dauert, mitberücksichtigt.

Die Vorlage präzisiert insbesondere das neue Ausgleichskriterium Aufenthalt in einem Spital oder einem Pflegeheim im Vorjahr. Die Versicherer haben bereits ab dem Jahr 2010 Daten für den revidierten Risikoausgleich zu sammeln.
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Bundesamt für Gesundheit





Mittwoch, 26. August 2009

Eignungstest

Ein Firmenchef kommt verstört nach Hause. "Aber Heinrich, was ist denn mir Dir los?" fragt ihn seine Frau. "Ach, Liebling, ich hab' heut' aus Spaß den Eignungstest für unsere Lehrlinge gemacht. Ich sage Dir, ein Glück, dass ich schon Direktor bin!"*

* Eventuelle Übereinstimmungen mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. (Red.)

Familienzulagen

Mutationen neu einfach per Formular

Ergeben sich Veränderungen bei Bezügerinnen und Bezügern von Familienzulagen, so steht neu ein Formular zur Verfügung, das einfach und schnell genutzt werden kann. Für eine Erstanmeldung ist weiterhin das Formular «Anmeldung zum Bezug von Familienzulagen» zu verwenden.

Mutation Familienzulagen (pdf, 572k)

Anmeldung zum Bezug von Familienzulagen (pdf, 733k) gültig ab 01.01.2009

Dienstag, 25. August 2009

Digital Natives

oder LeShop die 2 - Meiden Sie Unfälle und Stau**

"Es weist alles darauf hin, dass wir weiter wachsen, denn wir stehen erst am Anfang. Nehmen Sie zum Beispiel die nach 1982 geborene Generation der Digital Natives, die mit dem Internet aufgewachsen ist. Sie wird in 15 Jahren rund 50% der Bevölkerung ausmachen. Diese junge Generation weiss nicht, was ein Buchladen oder was ein Reisebüro ist. Diese Leute kaufen alles online." (Dominique Locher, Dir. Marketing + Verkauf LeShop)

Unser letzter Einkauf bei LeShop (sh. Artikel) hat wieder gezeigt, dass meine Abneigung gegen Onlineeinkaufen nicht von ungefähr kommt. Ich bin vor 1982 geboren und zähle so wahrscheinlich zu den Digital Naiven. Jenen Menschen, denen man offenbar mit gut verpackter Werbung alles andrehen kann, was der Onlinemarkt hergibt. Nur in diesem Fall war schon damit zu rechnen, dass dieser Einkauf nicht glatt von statten gehen würde. Das einzige, was ich mir vielleicht zu Lasten anrechnen lasse, dass ich der Meinung war, man könnte mehrere Gutschein bei einem Einkauf einlösen. Doch schon bei der Bestellung wurde ich eines anderen belehrt. Wären auch dumm seitens der Verantwortlichen, wenn man Gutscheine sammelt, um sich dann gratis zu beliefern lassen. Nur Bares ist Wahres . Zur Irritation bekommt man vorher noch E-Mails, man sollte ja bis zu diesem Datum die Gutscheine einlösen, sonst verfallen diese. Das animiert zwar zum Bestellen. Gleichzeitig begibt man sich aber auf`s Glatteis. Dabei sind ja die Marketingverantwortlichen bei dem von der Migros dominierten Versender äusserst kreativ. Man kann auch am versenden von Nichts – sprich Luft - viel Geld verdienen (zumindest bei der Berechnung* Bitte klicken)

Am 24.08. haben wir die Rechnung vom 17.07.2009 mit Zahlfrist per 31.08.2009 endlich erhalten. Und wie erwartet, was lange währt, wird endlich gut. Denkste. Noch schnell, trotz Rückgabe einer Kühltasche wurde mir das Depot von FR 5.- neuerlich in Rechnung gestellt. Und siehe da. Mit Sternchen versehen, deutet doch auf Kleingedrucktes hin. Und tatsächlich steht da – Um den Rücklauf der Taschen zu gewähren, verrechnen wir Ihnen Fr 5.- pro Bestellung und nicht pro Tasche. Dieses Depot wird Ihnen ein paar Tage nach Retour einer Tasche vergütet. Rückgabe der Tasche am 17.7. – Rechnung heute – Rückvergütung nein. *Berechnet wurde aber ursprünglich %-Beladung einer Kühlbox sh. Beitrag. Geliefert eine alubeschichtete Tasche mit einer Wasser gefüllten, gefrorenen Flasche.

Schön langsam wird mir schwindlig ob dem vielen Ungereimtheiten. Wie war das noch mal : Meiden Sie Unfälle und Staus schreiben die Verantwortlichen, bestellen sie online – dabei zählen Haushaltsunfälle zu der grössten Gruppe von Unfallgelegenheiten in der Schweiz. Bin ich wirklich schon zum taumelnden Digital Naiven mutiert?
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** Eines der Verkaufsargument Online einzukaufen

Montag, 24. August 2009

Bild von gestern














Das schöne Wetter lockte tausende in die Berge und es kam da und dort zum Wanderstau

Samstag, 22. August 2009

Grosse Köpfe
















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Nicht auf der Nase herumtanzen lassen !

Hilfe, ich bin im Netz !

Google Street View soll vom Netz

Kaum im Netz, schon regt sich die Volksseele. Liegt natürlich an der persönlichen Einstellung des Individiums. Wer nichts zu verbergen hat, braucht nichts zu befürchten. Sind wir uns doch mal ehrlich. Längst haben wir die Grenze der Anonymität überschritten und sind zum gläsernen Bürger mutiert. Erst heute meldeten die Medien, wie die Jobbewerber im Netz abgecheckt werden. Dabei ist zuviel oder gar nicht dort erwähnt zu werden, schon eine grosse Hürde auf dem Weg bis zum Bewerbungsgespräch. Abgesehen von den diversen socialen Netzwerken, einem Eldorado für Selbstdarsteller. Andererseits, was erwarten wir uns in einem Land, wo jeder eine abgelesene Autonummer via Internet dem jeweiligen Besitzer zuordnen kann. Ich habe mehr als dreissig Jahre im Fremdenverkehr gearbeitet. Deshalb für mich unverständlich, dass man die einmaligen Hubschrauberflüge über die Schweiz im TV nicht kommentiert oder untertitelt. Auch die Musik lockt keinen Katze(-nmusik) hinter dem Ofen hervor. Das wäre Gratiswerbung für die traumhaften Ferienregionen des Landes. Oft habe ich zu meiner Frau gesagt, dort wäre es schön. Da müssten wir mal hin. Man kann auch solcherart sein Land kennen lernen. Ewig gestrige tun dies scheinbar mit militärischen Bedeken ab. Luftaufklärung läuft heute anders. Da sitzt sicher niemand vorm TV und betrachtete sich die Sendung oder zeichnet sie auf.

Die Schweiz ist ein schönes Land und birgt manche Perle an Fauna und Flora. Nicht alle Schweizer können sich einen Urlaub in der Heimat leisten um Land und Leute kennen zu lernen. Nicht nur die Alpenfestung via TV-Soap. Ich sehe in Street View eine ideale Ergänzung zur digitalen Schweizreise. Stunden lang habe ich schon in den 360° Panoramabildern der europäischen Ferienzentren geschmöckert und mir so die Welt ins Wohnzimmer geholt. Es gibt viele Menschen die aufgrund einer Behinderung nicht mehr so mobil sind, oder ihre Wohnung nicht mehr verlassen können. Sie können aber einen PC bedienen und digitale Ausflüge unternehmen. Mein Gott, da sieht man da und dort einen Person im Bild, oder einen Hundehalter, der sein Tierchen auf dem Gehsteig lösen lässt. Und nicht jedes Päarchen in trauter Zweisamkeit ist, was es auf den ertsen Blick scheint.

Unsere Bundesräte sind begeistert, dass sie sich auf dem Arbeitsweg und in der Freizeit frei und ohne Bodyguard bewegen können. Sogar weltbekannte Stars sind froh darüber, wie sie sich unbelästigt bewegen können. Und jetzt kommen ein paar Nörgler und sehen Personen zu wenig gepixelt im Netz. Mein Gott, hunderte Leute sehen einen täglich. Dazu Handyfilme auf You Tube usw. Vorschauseiten ob das Hotel am Strand liegt oder auf der Müllhalde. Und bei jeder Telefonnummernsuche sehen wir via Maps, die Grösse und Lage jedes Wohnobjektes und der Villen von Gesuchten.

Damit wir uns nicht falsch verstehen – ich bin für Datenschutz. Kämpfe dafür seit Jahren. Datenschutz wenn es um persönliche Daten geht. Leider beweist der Alltag, dass dies nicht selten eine Alibiübung ist, trotz Rechtsordnung. Datenschutz ja, wenn eine Person und ihre Familie geschützt werden soll. Meine persönlichen Krankenakte usw.. Ja und da wäre noch der Zugang zu Steuerdaten. Auch nicht lückenlos im Lande. Mancher Unbefugte blickt(t) da hinein. Daran wird auch künftig Street View nichts ändern. Und nur so abschliessend. Wie sehe es dann bei Sportübertragungen und Fernsehsendungen aus ? Do-Jass und die Zuschauer verpixelt. keinen jubelnden Mengen mehr bei einer Skiübertragung !!!

Offizielle Meldung dazu: Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte Hanspeter Thür fordert Google Inc. auf, den Online-Dienst Google Street View für die Schweiz unverzüglich vom Netz zu nehmen. Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung ebenso wie eigene Nachforschungen haben gezeigt, dass Google Street View die Auflagen des EDÖB zum Schutz der Privatsphäre nicht erfüllt - zahlreiche Gesichter und Autonummern waren gar nicht oder nur unzureichend verwischt. Der EDÖB fordert Google auf, das Produkt nachzubessern und sicherzustellen, dass die veröffentlichten Aufnahmen im Einklang mit der Schweizer Rechtsordnung sind. Anfang nächste Woche wird Thür mit Google Inc. das weitere Vorgehen im Einzelnen festlegen. (Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter, Internet: http://www.edoeb.admin.ch/ )
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Nachtrag Sonntagszeitung 23.08.: Herrn Bauer ist es nicht ganz geheuer, was sonst !

Freitag, 21. August 2009

Philips Senseo Rückrufaktion - so geht's

Bei Philips laufen die Leitungen heiß: Eine Million Kunden sind von der Rückrufaktion der Kaffeemaschine Senseo betroffen. Bei verkalkten Geräten kann im schlimmsten Fall der Boiler bersten. manager-magazin.de sagt, welche Geräte repariert werden müssen und wo man sie meldet.

Seit Mittwochmorgen ist eine eigene Website für die Rückrufaktion der Senseo-Kaffeemaschinen online, auch eine kostenfreie Hotline ist eingerichtet - aber dem Ansturm besorgter Kaffeetrinker ist das System bei Philips noch nicht ganz gewachsen.

Pro IV

Die Kampagne «JA zur IV-Zusatzfinanzierung am 27. September 2009» ist lanciert! Sagen auch Sie JA zur IV-Zusatzfinanzierung und JA zu einer sicheren, stabilen und sozialen Invalidenversicherung.Die IV gibt uns die Sicherheit, dass wir bei Invalidität Unterstützung erhalten.



Es kann jeden treffen.
Jeder Mensch kann behindert werden. Krankheiten und Unfälle sind die häufigsten Ursachen von bleibenden Behinderungen. Manche Kinder werden zu früh oder mit einer Behinderung geboren. Es kann jeden treffen. Deshalb ist es wichtig, dass die IV uns alle versichert.

Damit wir uns auf die IV verlassen können.
Eine Behinderung ist nicht leicht wegzustecken. Es braucht eine oft schmerzliche Anpassung der Betroffenen und ihrer Familien an die neue Situation. Eine Behinderung ist meistens auch mit erheblichen Kosten verbunden. Wir alle sollen auf die Leistungen der IV zählen können, wenn wir diese brauchen. Mit einer überschuldeten IV besteht die Gefahr, dass die IV keine Leistungen erbringen kann, wenn sie gebraucht wird.

Menschen mit einer Behinderung sind auf die IV dringend angewiesen.
Die IV unterstützt Betroffene dabei, mit ihrer Behinderung zu leben. Sie hilft ihnen bei der Arbeitssuche, sie finanziert Ausbildungen, Umschulungen und Hilfsmittel. In schweren Fällen bezahlt sie Renten. Sie sichert damit den Lebensunterhalt von Menschen, die wegen ihrer Behinderung nicht oder nur teilweise selber für sich aufkommen können.

Menschen mit einer Behinderung leisten dank der IV ihren Beitrag zur Gemeinschaft.
Die berufliche Eingliederung von Menschen mit einer Behinderung ist die Hauptaufgabe der IV. Ziel ist es, langjährige Renten nach Möglichkeit zu vermeiden. Für die Menschen mit einer Behinderung bedeutet dieser Grundsatz, dass sie von der IV Unterstützung erhalten, um ihren Arbeitsplatz trotz Unfall, Krankheit oder Behinderung zu sichern oder um einen neuen zu finden. Die Betroffenen gewinnen so einen Teil ihrer Selbständigkeit zurück, und können dank der IV ihren Beitrag zur Gemeinschaft leisten.
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Facebook-Gruppe «Ja zurIV-Zusatzfinanzierung»
Trete der Facebook-Gruppe «Ja zur IV-Zusatzfinanzierung» bei und mobilisiere so viele Freundinnen und Freunde wie möglich ebenfalls der Gruppe beizutreten.

Donnerstag, 20. August 2009

Hewlett-Packard: Umsatz- und Gewinnrückgang

Hewlett-Packard hat mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um gut zwei Prozent auf 27,5 Milliarden Dollar. Allgemein ein Trend, der nicht nur HP, sondern wie die Statistik zeigt, auch andere Anbieter betrifft.

Die Gerätepreise haben sich am Markt in vier Jahren mehr als halbiert. Eine Wende gegen die sich die Verantwortlichen lange stemmten. Es fällt halt schwer, das überzogene Preisgefüge bei HP der letzten Jahre künstlich in einem Umfeld der Wirtschaftskrise hochzuhalten. Der Kunde spielt nicht mehr mit. Allgemein gingen die Ladenpreise für Notebooks von 2005 bis Juni 2009 um knapp 61 Prozent zurück, die für Desktop-PCs um rund 58 Prozent. Die steigende technische Qualität und Leistungsfähigkeit der Geräte beziehen die Statistiker bei ihren Preismessungen mit ein. (Bildquelle: Statistisches Bundesamt BRD - Gesamtveränderungen am deutschen Markt).

Schon bei der Standardausführung hat sich seit 2005 einiges für den Kunden zum Positiven verändert. Vorbei die Zeiten, wo man einen Notebook noch mit 512 Megabyte Arbeitsspeicher ausrüsten konnte. Detto bei den Festplatten. Hier hat sich einen Vervierfachung von 60 Gigabyte bis heute aktuelle Minimum 250 Gigabyte vollzogen. Ganz zu schweigen von den Ansprüchen , die heute an Grafikleistungen gestellt werden. Den Netbooktrend hat man bei HP voll verschlafen. Der nachgeschobene 2133 überzeugte zwar mit einer gebürsteten Metalloberfläche im schicken Outfit. Dann war es aber schon fertig mit lustig. Für Designverliebte ein ideales Gerät ohne grossen technischen Erwartungen. Intels Atom Prozessor kam erst später. Die Pavilionserie brachte zwar, wie schon ein mal erwähnt, einen Designvorteil. Bei der Verarbeitung vermisst man da und dort die gewohnte HP-Qualität. Mit dem Touchsmart 530/560 beschritt man Neuland. Man darf aber nur mit dem Finger "touchen". Einen Eingabestift für den Tablet-PC sucht man vergeblich. Gibt es nicht einmal bei HP zu kaufen. Dafür aber einen Erklärungsanimation.

Im Computer-Geschäft hat HP mit dem Trend zu günstigeren Mini-Notebooks zu kämpfen. Insgesamt sank trotz einer Steigerung der Absatzzahlen der Umsatz um 18 Prozent. Dazu hat man die Jahre vorher rund 30.000 Mitarbeitern weltweit entlassen ? Zuwenig kümmerte man sich um die Kundschaft bei der Umstellung von XP auf Vista. Treiber kamen gar nicht, oder erst sehr spät zu Download. Hoffte man so mehr Drucker und teure Tinte zu verkaufen?

Offenbar haben die Verantwortlichen sich von der alten Maxime nur für gute Qualität zahlt der Kunde hohe Preise, entfernt. Die Aktionäre schienen Druck zu machen. Zusätzlich wurde der Markt mit einer unüberschaubaren Modellvielfalt überschwemmt. Bei den Druckern macht die Kaufzurückhaltung der Unternehmen dem Konzern zu schaffen. Das lag wohl einerseits an Microsoft, aber auch an der Verweigerung ausreichend Vistatreiber für Vorgängermodelle anzubieten. Im Business-Bereich sanken die abgesetzten Stückzahlen um 42 Prozent, im Privatgeschäft um 16 Prozent.

Nun gut, der Gewinn brach um 19 % auf 1,64 Milliarden Dollar ein. Der IT-Markt insgesamt hat sich gewandelt. Und warum soll ich für ein Gerät mit gleicher Ausstattung und Leistung mehr bezahlen als bei der Konkurrenz. Das kam ja ACER wieder zu Gute. Das Theater mit den Recovery-DVDs verärgert nur die Kunden. Letztendlich muss man sich doch welche kaufen und senden lassen, weil es nicht immer finktioniert. Und nicht einmal die passen auf Anhieb. Die Zusammenarbeit mir den Schweizer Servicepartner würde ich auch mal überprüfen. Macht nämlich keinen guten Eindruck beim Kunden, wenn er schon ein fabrikneues Gerät einsenden muss und praktisch zur Einleitung am Reparaturschein steht, das Gerät musste ½ Std. geputzt werden. Die werden so ausgeliefert Freunde. Da komme ich mir irgendwie verar… vor.

Sicher gibt es auch andere Mitanbietern mit dem eine oder anderen Problem. Nur, ein freundlicher Kundendienst gehört auch zum Geschäft. Erst dann noch, wenn das Gerät schon verkauft ist. Die Gründe für die schlechten Zahlen liegen zum Teil in einer schwachen Entwicklung im PC-Bereich. Da gebe ich den Verantwortlichen sicher teils recht. Aber mit der Mercedesmentalität werden die Kunden künftig mehr auf die Auswahl schauen. Auch wenn die Talsohle wieder durchschritten sein wird. In Nord- und Südamerika stiegen die Verkäufe um 8 Prozent, während sie in Europa um 12 Prozent zurückgingen. Zigfache Onlinekundenumfragen brachten keine spürbare Verbesserungen.
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Zum Thema : Manager-Magazin - Firmenkunden verschmähen HP-Produkte

Mittwoch, 19. August 2009

IV-Einkommen reicht nicht zum Auskommen



Mit der IV-Rente allein kann kein Behinderter wirklich leben.

Aufgrund wiederholter Meldungen der Boulvardpresse wie von gestern (Der Professor und das Zimmermädchen /IV-Betrug) wird es im Herbst schwer werden, das Volk von der Notwendigkeit der Mehreinnahmen über einen Mehrwertsteuererhöhung zu überzeugen. Verweigert das Volk der IV Mehreinnahmen, drohen massive Rentenkürzungen um bis zu 40 %. Viele IV-Rentner leben aber schon heute an der Armutsgrenze und wären ohne Ergänzungsleistungen nicht überlebensfähig. Wie viele Abstriche sind künftig zumutbar ?

Einerseits verschafft sich die UBS mit einem 68-Milliarden-Hilfspaket des Staats Luft in der Finanzkrise, erntet zwar viel Kritik und steht nach wie vor unter massiven politischen Druck. Auch Wirtschaftskreise und bürgerliche Politiker ärgerten sich aber darüber, dass die Lage der UBS immer beschönigt wurde. Von Seiten der Linken und Gewerkschaften wurde die Sozialisierung der Verluste beklagt. Detto wurden härtere Auflagen für die UBS und Limiten für die Managerlöhne verlangt. Die UBS hat im ersten Halbjahr 3,4 Milliarden Verlust geschrieben, aber dennoch eine hohe Summe für erfolsgabhängige Zahlungen zurückgestellt. Das ist Zündstoff für neue Diskussionen. Aber eben nicht Gegenstand des kommenden Abstimmungswahltages.

Beim sogenannten “Kleinen“ ist man nicht so grosszügig. Oder laut Volksmund “ Im Kleinen wird gespart!“. Dabei kommt man ins Grübeln, wenn man in seinem Umfeld erleben muss, wie IV-Rentner um`s Überleben kämpfen müssen. Die Ausgaben für Ergänzungsleistungen zur AHV und IV sind 2008 sprunghaft angestiegen (13,4%). Sie beliefen sich auf 3,7 Milliarden Franken. Die Zunahme hat damit zu tun, dass die Leistungen für Heimbewohner nicht mehr beschränkt sind. Rund 264'000 Erwachsene bezogen Ergänzungsleistungen.

Ich frage mich bei solchen Artikeln über IV-Betrug, wie die Redakteure auf die ausgewiesenen Deliktsummen an unberechtigten IV-Renten kommen. Ein Professor hat einen Fehler gemacht. Ein Arzt, dem ein ausgezeichneter fachlicher Ruf vorauseilt. Er wurde über den Tisch gezogen und blamiert. Damit ermöglichte er der Täterin in der Beschwerdeinstanz einen Freispruch. Abgesehen von seinen persönlichen Problemen, muss er mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Nicht ganz fair wenn man das Fehlverhalten diverser Bankenmanager betrachtet, die straffrei ausgehen.

Invalidität bedeutet Leben im Schatten der Gesellschaft

Invalidität birgt das «Risiko einer wirtschaftlichen Notlage», wie das Bundesamt für Sozialversicherungen festhält. Die IV-Rente allein reicht jedoch nicht zum Leben. Die maximale Rente beläuft sich auf 2200 Franken, im Durchschnitt macht sie 1600 Franken aus. Bei Frauen sieht es noch ungünstige raus. Die soziale Lage der IV-Rentner ist um einiges prekärer als jene der AHV-Rentner. Von diesen bezieht jeder Achte (12 Prozent) eine Ergänzungsleistung. Für die rund 100'000 EL-Bezüger der IV werden 1,6 Milliarden Franken ausbezahlt. Dazu kommt, dass diese Rentner sozial isoliert werden. Und nicht nur das. Ihre Selbstbestimmung ist eingeschränkt. Als Risikopatient sind sie bald mal ärztlich austherapiert. Alle guten Vorschläge zur Wiedereingliederung vor Rente wurden von der aktuellen Wirtschaftskrise überrollt und sind in Hinblick auf steigende Arbeitslosenzahlen überholt.

Sollte das Volk am 27. September die vorgeschlagene Erhöhung der Mehrwertsteuer ablehnen, würde die IV noch stärker unter Druck geraten. Würde sie ausschliesslich über Sparmassnahmen saniert, müssten die Renten um 40 Prozent gesenkt werden. Das sei sozialpolitisch nicht zu verantworten, erklärte jüngst die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS). Denn ein derart rigoroser Sparkurs würde «Zehntausende von Bezügerinnen und Bezüger in Armut und Prekarität treiben». Als Prekarität wird die geringe Arbeitsplatzsicherheit in der modernen Konstellation von systematisch kurzfristig lösbaren Beschäftigungsverhältnissen bezeichnet

Die Fehler der Topmanager können heute nicht mehr korrigiert werden. Steuergelder sind dafür ohne grossen Widerstand geflossen und werden noch fliessen. Bei der Abstimmung könnte das Stimmvolk noch einen Kursänderung zu Gunsten der IV herbeiführen. Denn eine Ablehnung würde zu weiteren Kürzungen führen. Hier geht es um Menschen und ihre Würde. Ein Unfall, einen schwere Erkrankung ist schnell mal passiert. Wenn es einem heute noch halbwegs gut geht, so kann sich das morgen rasch ändern. Dann ist man einer von denen. Es kann aber auch ihre Familie treffen oder die Eltern im Altersheim. Und die eingangs erwähnten Einzelartikel der Medien dienen lediglich der Auflagenerhaltung von Verlagen. Da blick(t) man schnell mal durch. Andererseits, würde man Politikerfehler so ausschlachten wie diese leidigen Einzelfälle (2%) des Sozialbetrugs, müssten die Tageszeitungen künftig in Buchform erscheinen.

Dienstag, 18. August 2009

Hundstage

Laut Vorhersagen dürfte das Sommerwetter noch ein paar Tage anhalten. Diese Tage fallen in die im Volksmund bekannten Hundstage. Diese sind eine beständige Hochdrucklage von Mitte Juli bis Mitte August (24.7.-23.8.) mit extrem heißen Tagen, vor allem im Mittelmeergebiet. Der Name rührt daher, da die Sonne in dieser Zeit etwa gleichzeitig mit dem "Hundsstern" ( Sirius) aufgeht.

Die Eigenbewegung des Sternbildes Canis Major und die Präzession der Erde sind dafür verantwortlich, dass sich die Zeit der Hundstage um etwa 4 Wochen verlagert hat. In Deutschland kann der heliakische Aufgang des Sirius erst frühestens ab dem 30. August beobachtet werden und ist damit jetzt ein Zeichen für den nahenden Herbstanfang. Entsprechend der alten Tradition werden aber immer noch die heißesten Wochen des Jahres als "Hundstage" bezeichnet.

Wir hatten ja heuer, so wie die letzten Jahre, um diese Zeit schon sehr bewegte Tage hinter uns. Temperaturschwankungen von +/- 20 °. Hochwasser, Hagelgewitter, Dauerregen wechselt mit heissen Traumsommertagen welche die Leute massenweise an die Seen oder Freibäder lockt. Also durchaus Tage, wo man nicht einmal einen Hund vor die Türe schickt.

Man kann aber aus anderen, als Wettergründen von Hundstagen sprechen. Viele der Leute mussten aus wirtschaftlichen Gründen ihren Urlaub zu Hause verbringen. Zwar ersparte man sich den traditionellen, stundenlangen Gotthardstau, muss aber auch bei den Tagesangeboten im Lande tief in die Tasche greifen. Zur Freude der stattlich geförderten Hotellerie kompensieren die einheimischen Gäste zwar den Ausfall an japanischen und amerikanischen Gästen. Doch erreichen sie mit ihren mickrigen FR 140.- Tagesausgaben, noch lange nicht die FR 350.- der ausgefallenen Gästegruppe. Einzig die Nachbargäste aus dem grossem Kanton bleiben der Schweiz treu. Refelxartig wird seitens des Fremdenverkehrsverantwortlichen schon nach noch mehr Fördermillionen geschrieen.

Die sogenannten Hundstage sind nebenbei eine körperliche Belastung für angeschlagene Menschen. Wobei schon Gesunde Problem haben, die extremen Wetterkapriolen zu verkraften. Noch mehr leiden diejenigen, welche Kreislaufprobleme oder Herzprobleme haben. Dazu kommen Atemproblem durch das teilweise tropische, feuchte Klima. Selbst kann ich mich an solchen Tagen nur in einem gekühlten Raum verkriechen und brauche meinen Sauerstoffkonzentrator öfters als im Normalfall.

Was dem Wetter die Hundstage, ist für die Medien das jährliche Sommerloch. Eine Zeit, wo man sich besser zurückzieht und weniger Nachrichten liest. Denn die entsprechen eher einem Sommertheater, den Qualitätsjournalismus für den man gerne im Internet Geld kassieren möchte. Da kommen so Lieblingsgeschichten für die Boulevardpresse wie jene vom Professor und dem Zimmermädchen gerade recht. Sie gaukelte ihm höllische Schmerzen vor, um eine IV-Rente zu erschleichen. Dank seiner Naivität ist sie jetzt frei –und gegen ihn läuft ein Verfahren. Ihr Einspruch gegen die Verurteilung wegen IV-Betrug wurde vom Gericht gutgeheissen, weil sich der erfahrene Arzt über dne Tisch ziehen lies. Erfordert zwar keinen grossen Rechercheaufwand, bringt aber wieder eine tolle Schlagzeile für die 5.IV-Revision. Das Gericht rügte die Naivität des Professors. Das ist der Stoff aus dem man im Vorfeld der Abstimmung Stimmung machen kann.

Für diejenigen, welche aber dieser Tage wirklich unter der Hitze mit ihren Gebrechen leiden, denen man die IV-Rente versagt, kommen ob solcher Geschichten noch mehr ins Schwitzen, als ihnen der Körper sowieso abverlangt. Und wenn man sich den 2. Akt des Sommertheaters mit den Namen Bundesratswahlkanidaten betrachtet, nimmt es einem Wunder, warum sich immer weniger Leute für Politik interessieren. Das könnte man fast mit einer Sommergrippe vergleichen. Es gäbe noch mehrere Akte auf der Sommerbühne. Das würde aber den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Deshalb belassen wir es für heute. Ist ja schon alles traurig genug.

Sonntag, 16. August 2009

Teure Mobilität in allen Lebenslagen

Mobilität kann sich auf ganz banale Dinge des Alltags beziehen. Sei es nur die Beweglichkeit der Beinmuskulatur und des Muskeltonus. Ob man dazu aber jeden Preis bezahlen muss/soll, sei dahingestellt. Nun ist es ja so, dass ich bedingt durch meine Herzkrankheit als Risikopatient nicht mehr operiert werden kann. Zu gross die Gefahr des Herzstillstandes. Das heisst, mit meiner kaputten Hüfte muss ich leben und kann keinen herkömmlichen Hometrainer benutzen, geschweige dem Walken oder Joggen. Trotzdem sollte ich meinem Körper/Herz zu Liebe, soweit es geht die Beinmuskulatur in Schwung halten. Am Stock geht es nur ganz kurze Strecken. Unlängst habe ich von dem sogenannten Pedalon gehört, welches man in verschiedenen Situationen einsetzen kann. Also auch liegend im Bett oder dem Zimmerboden um die Beinmuskulatur aktiv zu halten.

Die zweite Variante MOTOmed gracile bietet unterschiedliche Therapiemöglichkeiten. Beim passiven Training mit Motor werden die Beine ohne Einsatz von eigener Muskelkraft durchbewegt. Die Beine werden gelockert, der Muskeltonus kann sich regulieren und senken. Nachstehend ein kurzes Bild zu dem Grundgerät, welches explizid nur in der Schweiz erhältlich ist. Der Pedalwiderstand ist einstellbar. Das Gerät ausbaubar bei neurologischen und Muskelerkrankungen. Beim passiven Training mit Motor werden die Beine ohne Einsatz von eigener Muskelkraft durchbewegt. (Bildrechte bleiben bei der Firma Carecorner) -
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Mehr Lebensqualität, Mobilität und Selbständigkeit in allen Lebenslagen, unter diesem Motto bieten die Firma eine Vielzahl von Produkten übersichtlich in Kategorien eingeteilt im Internetshop an. Dort finden Sie das führende Produkt für aktive und passive Bewegungstherapie. Vorausgesetzt ihm/sie trifft vorher nicht der Schlag. Ohne jetzt vorschnell eine Behauptung in den Raum zu stellen, lässt ja der Zusatz „ nur in der Schweiz“ erhältlich darauf schliessen, dass hier schon einige der Geräte zu diesen Preisen abgesetzt wurden. Ob dabei einen Bezahlung durch die Krankenkassen erfolgte, kann ich mir durchaus vorstellen. Nicht sehr förderlich, wenn man sich das darniederliegende Gesundheitssystem der Schweiz betrachtet. In Deutschland werden die Kosten jedenfalls übernommen. Umgekehrt vermag ein heimischer Selbstzahler nicht einmal im Ansatz den Preis dafür aufzubringen.

Pedalon

Zur Abrundung des Beitrages möchte ich noch anführen, dass die Firma noch ein sehr einfach konstruiertes Gerät im Angebot hat, welches mit noch vorhandener Muskelkraft betätigt werden kann. Dies kostet in etwa Fr 160.-. Der Bewegungstrainer Pedalon wird insbesondere zur Förderung der Durchblutung und zur Stärkung von Herz und Kreislauf eingesetzt schreibt die Firma für REHA Bedarf auf ihrer Webseite.

Link ZDF-Video Bewegungsapparat stärken (Dauer: 3:58 Min., 15MB)

Freitag, 14. August 2009

Bio – eine grosse Lüge ?


Sie kennen ja sicher den Witz von wegen Unterschied zwischen einem normalen Bauern zu einem Biobauern? Der eine düngt am Tag, der andere in der Nacht.

Ganz so einfach darf man/frau es sich natürlich nicht machen. Beziehen wir uns also auf eine jüngst erschienene britischen Studie. Bio-Lebensmittel sind danach zufolge nicht gesünder als konventionelle Nahrung. Die Durchsicht von 162 wissenschaftlichen Artikeln aus den vergangenen 50 Jahren habe keine bedeutenden Unterschiede erkennen lassen, teilte das Londoner Institut für Hygiene und Tropenmedizin mit. Es seien einige wenige Differenzen beim Nährstoffgehalt feststellbar gewesen, aber diese seien für die Gesundheit wohl von geringer Bedeutung. Daher gebe es derzeit kein Beweis dafür, warum Bio-Nahrung konventionellen Lebensmitteln vorzuziehen sei, hieß es weiter. Konventionelle und Biofelder finden sie heute in stiller Eintracht links und rechts von Autobahnen. So bliebe offen, inwieweit die Bleibelastung das Zünglein an der Waage gibt. Der Preis ist es jedenfalls nicht.

Klar das die Bio-Branche aufschreit und sich enttäuscht von den Ergebnissen zeigt. Sie kritisierte die Methodik der Studie. Diese habe dazu geführt, dass die Forscher einige eindeutige Ernährungsvorteile von biologisch angebauten Lebensmitteln als unwichtig eingestuft haben, mokiert eine Organisation für den landwirtschaftlichen Anbau von Bio- Produkten. Zudem gebe es noch Forschungslücken: Die langfristigen Folgen von Pestiziden auf den menschlichen Körper zum Beispiel seien noch nicht ausreichend erforscht. Viele Menschen kaufen Bioprodukte, weil bei deren Anbau keine Pestizide benutzt werden. Alleine die Luftverpestung des Augustfeuerwerks reicht für ein paar Jahre Passivrauchen.

Kann, darf, muss oder soll man solche Studien grundsätzlich anzweifeln bzw sind sie nur ein Manifest der etablierten Nahrungsmittelindustrie um sich gegen den Bio-Boom zu wehren. Aber warum wirklich um so vieles teurer ? Die einen haben den Auftrag die Bevölkerung mit Grundnahrungsmittel zu ernähren. Die Biobauern suchen sich die Rosinen aus dem Biokuchen raus und verkaufen, ihr auf kleineren Anbauflächen produziertes Gemüse usw, noch dazu um teures Geld. Dazu kommen noch die anderen Gruppierungen die ihr persönliches Wohlfühlerlebnis aus einer anderen Art von Ernährung schöpfen. Wie sich Bürger bewusst ernähren können, warum sich der Kauf regionaler- und Fair-Trade-Produkte lohnt und warum vegane Kost eine Alternative zur Ernährung mit Fleisch sein kann - das alles steht auf der Agenda einer 27-jährigen Studentin. Ihre Hoffnung: "Vielleicht überdenken die Leute ihre Ernährungsgewohnheiten." Ja wo nehmen wir dann die notwendigen Abwehrstoffe im Körper, um etwa einer Schweinegrippe zu trotzen ?.

Nun ja. Hätte Gott gewollt, dass wir uns nur vegetarisch ernähren, dann hätten wir einen Pansenmagen wie das liebe Milchvieh. Oder zumindest so ähnlich. Gesundheitsmässig müssten wir uns am guten und bösen Cholesterin und an den diversen Fetten orientieren, um ja nicht dickleibig zu werden. Heute schreiben wir fast 2010. Die Menschheit existiert schon weit länger. Es mag ja stimmen, dass einen vernünftige ausgewogene Ernährung heute in ist. Zu einem gewissen Teil auch notwendig, weil wir nicht mehr so körperlich arbeiten als unsere Vorfahren. Diese hatten damals nicht die Möglichkeit Südseefische und Früchte am heimischen Tisch zu servieren. Aber ich bin mir sicher, für jeden kommt einmal der Punkt in seinem Leben, wo er sich fragt: "Wo bleibt meine leistbare Lebensqualität ? ". Solange wir nicht einmal täglich für die ganze Weltbevölkerung einen Mahlzeit bereit stellen können, finde ich das Biogehabe reine Geschäftemacherei. Dank Internet sind die Leute heute genug aufgeklärt, um zu wissen, was für sie gut ist und was schädlich. Im Moment noch gratis nachschlagbar.

Ernährung hat zu guter Letzt ebenso etwas mit Herz, Spass und Kultur zu tun – lassen wir uns das nicht vermiesen! Die zahlreichen TV-Sendungen der **Köche tun sowieso schon ihr übriges. Bleiben sie uns gewogen.

Donnerstag, 13. August 2009

Dickes Risiko

Neben den Rauchern zählen die Dicken ja zu den menschlichen Lieblingsopfern unserer Medien. Wobei wir die Bezeichnung dick in vielen Lebensbereichen und im Alltag finden. Etwas mächtiges, dralles, kompaktes, staatliches, rundliches, korpulentes, ungeheuerliches, bedrohliches wurde schon Jahrhunderte mit dick in Verbindung gebracht.

Die Dicke Marie in Berlin-Tegel ist der wahrscheinlich älteste Baum Berlins. Die Dicke Bertha war ein Geschütz, das zum ersten Mal im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurde und dort zu den bekanntesten Waffen zählte. Der Dicke ist eine Fernsehserie des Fernsehsenders Das Erste. Adipositas bzw. Fettleibigkeit, Fettsucht, Obesitas (handelt es sich um ein starkes Übergewicht, das durch eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes mit krankhaften Auswirkungen gekennzeichnet ist) wird im Volksmund schnell mal "Dick/er/e" benannt. Wobei dies durchaus auch krankhaft bedingt sein kann.

Dicke in der Schuldenfalle

Gemäss einer deutschen Studie gibt es zwischen Überschuldung und Fettleibigkeit einen eindeutigen Zusammenhang. Die Wirtschaftskrise könnte das Problem noch verschärfen. Machen Schulden dick oder verlieren Dicke schneller ihren Arbeitsplatz und verschulden sich deshalb? «Die aktuelle Finanzkrise wird sich auf die privaten Haushalte auch in gesundheitlicher Hinsicht auswirken und das Problem eventuell sogar noch verschärfen», warnt Studienleiterin Münster. Dies dürfe aber auf keinen Fall zu einer Stigmatisierung der Betroffenen führen, sondern müsse als ein gesellschaftliches Problem aufgegriffen werden. Nimmt man den ehemaligen deutschen Bundeskanzler (hinter vorgehaltener Hand der Dicke genannt) so wäre er laut dieser Studie armutsbetroffen. Dies alles nach seinen Verdiensten um die deutsche Einheit. Oder ist er gar ernährungsmässig falsch beraten und isst lediglich das Falsche.

Mehr Rente für Dicke und Raucher?

Eine umstrittene Idee (Audiobeitrag HR3) aus Liechtenstein soll in Deutschland nun beide Riskiofaktoren vereinen und zu einer höheren Rente führen. "Ja spinnen die !" wird jetzt der ein oder andere Leser an dieser Stelle ausrufen. Ich kann sie beruhigen. Dahinter steckt knallhart kalkuliertes Kalkül. In Großbritannien sind sie gang und gäbe – jetzt wollen Rentenversicherer mit so genannten Individualpolicen auch den deutschen Markt erobern. Das Prinzip: Wegen geringerer Lebenserwartung erhalten Raucher, Fettleibige, Herzkranke und Diabetiker höhere Auszahlungen als Nichtraucher und Gesunde.

„Spiegel online“ nennt den Fall eines Mannes mit mehreren Bypässen nach Herzinfarkt: Da sich seine Lebenserwartung statistisch um zwei bis drei Jahre verkürzt, erhält er statt 1000 Euro im Monat 1119 Euro – also fast 12% mehr. Ein pflegebedürftiger Alzheimer-Patient bekommt demnach statt 1000 Euro sogar 1340 Euro im Monat – 34% mehr.

Die ganze Kalkulation (RTL.de) kann natürlich in einzelnen Fällen über den Haufen geschmissen werden. 31 Jahre lang hat der Amerikaner Tony Huesman mit einem fremden Herz gelebt, nun ist gestorben. Aber nicht das Herz war der Grund für seinen Tod - er erlag einer Hautkrebs-Erkrankung.

Mittwoch, 12. August 2009

Ein halbes Kind ?

Bei einem nächtlichen Einbruch in einen Einkaufsmarkt in Österreich, kam ja leider ein Jugendlicher durch den Dienstwaffengebrauch der Polizei zu Tode und ein zweiter wurde schwer verletzt. Gegen drei Zürcher Schüler, die in München fünf Personen brutal zusammengeschlagen und zum Teil schwer verletzt haben, will die Staatsanwaltschaft spätestens im November Anklage erheben. In beiden Fällen müssen umfangreiche Gutachten und langwierige Expertisen erstellt werden.

Dass sich jeder fragt, wer für den Tod eines 14-Jährigen die Verantwortung trägt, ist menschlich. Sie der Polizei anzuhängen ist dumm, dem Toten selbst zynisch. Die Wahrheit ist unbefriedigend. Es liegt in der problematischen Natur des Menschen, sofort nach einem Schuldigen zu suchen, um ein verstörendes Ereignis psychisch zu bewältigen. Mit diesen Worten leitet Michael Prüller von der Presse.com in Österreich seinen Kommentar rund um die Vorfälle in Krems/N.Ö ein. Bei Gott, es gibt dieser Tage viele Kommentare zu den Vorfällen. Zu den Jugendlichen in München und der Kuscheljustiz in der Schweiz. Wobei diese allerdings in München vor Gericht gestellt werden.

Ja und in Österreich gab es schon am Folgeabend einen runden Tisch im ORF zu den Vorfällen. Besetzt mit einem Vertreter von Amnestie International, einem Ausbilder der Polizei, einem Pressevertreter und den zuständigen Polizeiobersten des Bundeslandes (Kantons) Niederösterreich sowie einer Jugendpsychologin. Zu dem Zeitpunkt waren die beiden Polizisten, die nach dem stillen Einbruchalarm vor Ort geschickt wurden, noch nicht einmal einvernommen worden. Obwohl es zu diesem Zeitpunkt nicht verbindlich möglich war, irgendeiner Seite die Schuld zu zuweisen, wurde schon kräftig gemutmasst, verdächtigt, Ausbildungsfehler angemahnt und, und …..

Nur wer frei von Schuld, der werfe den ersten Stein

Selber schuld? Auch das hört man dieser Tage sehr oft: Erschossen zu werden sei halt das Berufsrisiko des Einbrechers. Ein bloß 14-Jähriger? Ein halbes Kind? Nichts da, "wer alt genug zum Einbrechen ist, ist auch alt genug zum Sterben“, schreibt ein Kolumnist an anderer Stelle. Tragen gar die Eltern die Verantwortung für seinen Tod? Bändigen sie heute mal einen pubertierenden Jugendlichen und erahnen dessen Erkennen von Risken oder die Kontrolle der Emotionen, die bei so einer Tat beeinträchtigt sind.

Der Zuschauer/Leser ist erschüttert. Versucht es in seiner emotionale Befriedigung mit Schuldzuweisung. Sind Jugendliche, die umgekehrt 5 Personen brutal zusammenschlagen, nicht schon alt genug die Konsequenzen für ihr Tun zu tragen. Uns Leser bleibt nur die Erschütterung. Es braucht offenbar eine gewisse Größe, deswegen nicht frustriert zu sein. Sie Trinken, sie pöbeln, sie nehmen Drogen. Weil das Taschengeld, wenn es überhaupt welches gibt, nicht ausreicht all das zu finanzieren, kommt es zu Beschaffungskriminalität. Mit schlimmen Ausgang. Bald bilden sich zwei Fronten. Diejenigen, welche sich hinter die Jugendlichen stellen und diejenigen, welche die Schuld beim Polizeistaat sehen und damit, dass Polizisten überhaupt Waffen tragen dürfen. Unfair gegen Schraubenzieher und Gartenhacke ? Aussage gegen Aussage. Das Fernsehen zeigt uns doch die Serien-Superanwälte, die jeden vor Strafen bewahren, wenn sie überhaupt schon unter die Straffähigkeit fallen.

Ob so oder so, nicht in einem der Fälle möchte ich Richter sein. Zuviel Porzellan wurde im Vorfeld schon zerschlagen. Gutachtern vorgegriffen. Die Politik wurde involviert. Vorverurteilt. Wer möchte unter diesen Vorzeichen noch Recht sprechen. Wer darf Recht erwarten. Geht das überhaupt noch, wenn schon extra angereiste Jugendliche aus Wien Stimmung gegen die Polizei machen. Umgekehrt gegen Unrecht zu demonstrieren, weil sie sich im Recht fühlen. Nebenbei ein Reporter vom Bruder des Opfers krankenhausreif geschlagen wird.

Ob der Schwere der Vorkommnisse wünscht man sich, dass es nur Einzelfälle blieben. Aber leider, es gehört heute mehr und mehr zum Alltag. Ein älteres Ehepaar frägt dieser Tage in der Schweiz (Baden) einen jungen Mann wegen des Weges und landet im Krankenhaus. Nur Tage später, nach Seiten von Kommentaren, Fernsehberichten und öffentlicher Empörung. Wir waren erschüttert ? Wie viele Opfer werden wir noch beklagen müssen, bevor die Prozesse der beiden Vorfälle schlussendlich wirklich beginnen und ein Urteil gesprochen wird. Bewältigungsstrategie
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"Wenigstens haben wir für die Zukunft etwas daraus gelernt“ bleibt solcherart ein frommer Wunsch. Es braucht eine gewisse Größe, dabei objektiv zu bleiben.
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Nachtrag 12.08.: Erschossen mit 14 Jahren: Florian P. - Sein kurzes Leben und sein tragischer Tod (News.at)

Dienstag, 11. August 2009

Sex hilft gegen Parasiten

Warum sich grosse Teile des Tier- und Pflanzenreichs zur Fortpflanzung mit Sex abmühen, ist eine der spannendsten Fragen der Biologie. Jetzt zeigt eine Arbeit unter Leitung des Wasserforschungsinstituts Eawag, dass die sexuelle Vermehrung für eine Population langfristig einen Vorteil bringt, um gegen Parasiten zu bestehen.

Obwohl die sexuelle Fortpflanzung in der Biologie eine zentrale Rolle spielt, ist die Motivation zu Sex immer noch eines der grössten Rätsel der Evolution. Viele Pflanzen, Mikroben und sogar einige Reptilien können sich auch asexuell vermehren. Das scheint auf den ersten Blick effizienter, denn so müssen sich nicht erst zwei Individuen finden, von denen dann nur eines Nachwuchs hervorbringt. Trotzdem ist die sexuelle Vermehrung die dominierende Strategie. Warum, wenn doch die un- oder eingeschlechtliche Fortpflanzung eine doppelt so hohe Vermehrungsrate zulässt und erst noch andere Komplikationen vermeidet? Der Evolutionsbiologe Jukka Jokela vom Wasserforschungsinstitut Eawag untersucht seit bald 20 Jahren verschiedene Wasserschnecken. Eine Art, die Neuseeländische Deckelschnecke Potamopyrgus antipodarum, wurde um 1880 mit Frischfischen nach Europa verschleppt und hat sich seither über den ganzen Kontinent verbreitet.

Die Eigenart dieser nur rund 5 mm kleinen Schnecke ist, dass sie sich zumindest in ihrem Herkunftsgebiet Neuseeland sowohl sexuell als auch asexuell vermehren kann. Zusammen mit Forschern von der University of Washington und der Indiana University hat Jokela verschiedene Populationen der Deckelschnecke untersucht und dabei besonders auf den Parasitenbefall geachtet. Dabei haben die Wissenschafter herausgefunden, dass die Schnecken mit den Parasiten unterschiedlich gut zurecht kommen. Bei den zweigeschlechtlichen kam es auch über mehrere Jahre zu keinen grösseren Schwankungen in der Zahl der Individuen. Bei den asexuell hervorgegangenen Tieren wurden jedoch binnen weniger Jahre anfangs häufige Klonlinien von anderen abgelöst: Die einstigen Gewinner waren besonders anfällig geworden für Parasiten. Oder anders gesagt: Die Parasiten haben sich auf den am meisten zur Verfügung stehenden Wirt eingeschossen.

Dieses Muster wurde zwar früher schon von mathematischen Modellen vorausgesagt, konnte nun aber erstmals in natura nachgewiesen werden. ,Sexuelle Fortpflanzung bringt also einen Vorteil in der Evolution, vor allem dort, wo viele Parasiten vorhanden sind", sagt Jokela.

Herausgeber:
Eawag -- Das Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs

Internet: http://www.eawag.ch/

Montag, 10. August 2009

Der neue Look

„Da führen zwei Fußspuren durch den Sand!“, sagt der Mensch, und Gott antwortet: „Ja, das sind wir beide!“. „Aber sieh, da, wo es mir am Schlechtesten ging, da ist nur eine Fußspur zu sehen. Wo warst Du da?“", fragt der Mensch. Gott erklärt ihm: „Du hast recht, da ist nur eine Spur. Denn da habe ich Dich getragen.“

Die Geisel der Menschheit "Krebs" hat ja laut diversen Boulevardmedien satirisch betrachtete, die letzten Monate die Reihen der sogenannten VIPS und Prominenten etwas gelichtet. Nicht, das ich damit die Krankheit verharmlosen möchte, aber mir geht es tierisch auf den Geist, was sich die zB. die Holländerin Sylvie van der Vaart (31), welche gegen Brustkrebs kämpft, laut Interviews verbal leistet. Zumindest brachte Bild.de und andere Medien gleichlautende Meldungen.

"Ja, ich habe einen neuen Look. Chemotherapie ist keine Spaßtherapie. Mir sind einige Haare ausgefallen, da habe ich mich für ein permanentes Haarteil aus Echthaar entschieden. Es wurde mir vorgestern implantiert. Ich bin keine Frau, die mit einem Tuch auf dem Kopf rumlaufen will oder sich abends im Spiegel ohne Haare sehen möchte.“

Bei allem Verständnis und Anteilnahme Frau van der Vaart für ihre momentane Situation, aber mit dieser Aussage haben sie sich selbst die gelbe Karte gezeigt und dürften nicht mehr in der Öffentlichkeit bzw. im Privatsender RTL auftreten. Kolleginnen beim öffentlich rechtlichen mussten schon für andere "Sager" die Papiere abholen. Gott mag sie ja mit allen fraulichen Attributen ausgestattet haben, sodass sie langläufig als schön und sexy gelten. Ihre Auftritte bei der RTL-Show "Supertalent" lassen wir mal aussen vor. Die Durchschnittsfrau im Lande sieht halt etwas anders aus. Und denen leisten sie mit solchen Aussagen keinen Bärendienst. Vor allem leben viele Betroffene nicht in so begüterten Verhältnissen wie sie.

Die Presse nennt sie zwar bildhübsch & bärenstark, aber mit ihrem Verhalten helfen sie mental keiner Frau aus dem sozialen Alltag , oder den Frauen generell, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Wären sie so bärenstark, dann dürfte sie ihr eigenes Spiegelbild mit blankem Kopf nicht aus dem Konzept bringen. Aber wahrscheinlich gehen sie geschminkt zu Bett ( könnte ja die Presse in der Nacht klingelen). Es beginnt schon bei der finanziellen Ausgangslage. Nicht jede Frau ist in der Situation in der glücklichen Lage, sich ein permanentes Echthaarteil implantieren zu lassen. Sie stehen ab SA wieder vor der Kamera und schlagen so für sich Kapital aus ihrer Krankheit und nicht für das Schicksal der Frauen.

Meine Frau musste sich im letzten Jahr einer schweren Krebsoperation unterziehen. Vorher wochenlang Chemotherapien und Infusionen. Ja und die Haare fielen ihr auch aus. Nicht nur am Kopf. Am ganzen Körper. Wir leben nicht in ihren gutsituierten Verhältnissen. Neid darüber – bei Gott nicht – das Leben hat Wertvolleres zu bieten als Geld und Karriere. Meine Frau war sicher anfangs auch erschrocken, wenn büschelweise die Haare beim Kämmen in der Bürste hängen blieben. Sie hat das Beste daraus gemacht. Sie hat sich hingesetzt und sich verschiedene hübsche Käppchen gestrickt, gehäkelt. Mit fröhlichen Mustern. Aufsteller.

Ja, und manchmal trug sie auch Kopftücher. Auch als Ehefrau "Was soll ich nachher mit der Perücke, das kostet nur Geld. Ausserdem schwitzt man darunter !". Sie hat sich nicht geschämt, obwohl die Krankheit auch bei ihr Spuren hinterlassen hat. So ist sie einkaufen gegangen, hat auf die REHA verzichtete und sich weiterhin aufopfernd um mich gekümmert. Sie war die ganze Zeit optimistisch und hat nie daran gezweifelt, dass es ohne Speiseröhre und verkleinerten Magen, auch ein Leben danach gibt. Und Gott hat uns geholfen. Die schwierige Operation ist gelungen. Trotzdem hat sie als Person für mich gehübscht, ist an ihrer Einstellung gewachsen. Das erfüllt mich mit Stolz. Die Haare waren nie ein Thema.

Mit ihrer Aussagen machen sie niemand Mut. Kranke Menschen sind nun mal nicht immer aus dem Ei gepellt. Vielleicht wäre es besser, sie hätten auf Ruhm und Quote verzichtet und würden den Kreis ihrer Familie wirklich geniessen und nicht nur davon reden. Nichts gegen einen neuen Look. Es braucht Zeit, bis die sichtbaren Spuren verblassen. Auch dabei haben sie Glück. Die innerlichen Spuren bleiben und verändern den Alltag. Aber nicht eine starke Partnerschaft (in gesunden und in kranken Tagen) Angebliche Prominente wie sie, sollten Betroffenen ein Vorbild sein. Zeigen, dass es nur ein Miteinander gibt. Das man jeden Kampf gewinnen kann. Den einen so, der andere so. Egal ob mit Kopftuch oder Glatze. Vergessen sie dann mal ihre Aerobic-Übungen nicht !
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«Ich will mit meinem Schicksal aber kein Mitleid erzeugen.» (?) So hat es die breite europäische Presse auch kommentarlos zu Papier gebracht. Was bleibt, ist für mich ein lauer Geschmack im Mund - allerdings entspricht dies meiner subjektiven Meinung.
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Samstag, 8. August 2009

Was ist los ?

Wenn man die Tage so überwiegend im Bett verbringt und soweit es möglich ist, dabei die nationalen und internationalen Nachrichten verfolgt, kommt man doch stark ins Grübeln. Ja, ich bin wieder da und versuche nach ein paar Tagen Unterbruch, mit diesem Blogbeitrag den aktuellen Alltag in all seinen Facetten Revue passieren zu lassen und den Blog wieder zu bedienen. Danke an die vielen E-Mailschreiber zur Besserung.

Dabei hat mich dieser Tage eine Bloggerkollegin aus Deutschland, welche an Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) leidet, tief berührt. Einerseits die seltene Krankheit, anderseits aber ihre Lebenseinstellung damit. Gut ich bin auch in einer ähnlichen Situation. Aber ich kann mich zumindest artikulieren, selbstständig essen, einfach meinen Muskeln bewegen.

(Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine ernstzunehmende, chronisch fortschreitende Erkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems. Dabei ist jedoch nur derjenige Teil des Nervensystems betroffen, der für die willkürliche Steuerung der Skelettmuskulatur verantwortlich ist mehr)

Entweder lasse ich mich von der ALS aus dem Leben – aus meinem Leben! – drängen, indem ich aus Angst und Scham vor ihr weglaufe, alles ablehne und mich verkrieche oder ich versuche sie erstmal anzunehmen, um mich danach entsprechend von ihr distanzieren zu können. Ich dachte zunächst, ich könnte die ALS auf Distanz halten, indem ich sie gar nicht erst an mich heran lasse, aber wirklich distanzieren kann man sich nur von Dingen, die einem zuvor nah waren! Daher habe ich trotz aller Schwierigkeiten versucht, sie als einen Teil meines Lebens anzunehmen und sie dennoch nicht zu meinem Lebensmittelpunkt zu machen. Ich glaube, je weniger ich die ALS beachte, desto weniger kommt sie auch zur Geltung. Ich hoffe es zumindest! Ich strafe sie jedenfalls weitgehend mit Nichtbeachtung und fühle mich wohl dabei. Natürlich ist es nicht leicht mit ALS zu leben, aber sie ist da und es nutzt nichts, dagegen anzukämpfen und sich zu fragen „Warum ALS?“ und „Warum ich?“ Darum habe ich sie mittlerweile als ein Teil meines Lebens akzeptiert und lebe mein Leben so, wie ich es noch kann. (
Abriss aus Ihrem lesenwerten Blog)

Das Paradoxe an dieser Erkrankung des Nervensystems ist, dass es hauptsächlich Leistungssportler erwischt. Das Tragische - sie ist weder therapierbar noch heilbar und verläuft in der Regel innerhalb weniger Jahre tödlich.

Um zur Einleitung zurückzukehren. Ein Tag Mediengewitter kann einem schon schwer ins mentale Wanken und Grübeln bringen. Man ist hin und her gerissen zwischen Empörung, Ärger, Ohmacht und dem Willen einfach jeden Tag so zu nehmen wie er kommt. Es gibt immer noch schlimmere Schicksale, schlimmere Krankheiten. Und was machen wir in unserer hochgezüchteten Gesellschaft . Wir lösen Konflikte mit Gewalt. Nicht nur im Grossen, in Kriegen. Nein in Kleinen. Mann gegen Mann, oder Frau gegen Frau. Die Ehefrau möchte einem verlassen. Dafür wird sie erschlagen, erschossen, erwürgt. Auch die Kinder müssen büssen. Teilweise werden sie mit umgebracht. Also ob man so den getöteten Partner im nachhinein seelisch verletzten könnte!

Die Jugendenarbeitslosigkeit steigt. Lehrplätze gibt es angeblich noch genug. Aber im Anschluss möchte sie niemand mehr anstellen. Zu teuer ? Ist es die Angst der Jungen um ihre Zukunft, die sie aufbegehren lässt, die ihre Flucht in Drogen und Alkohol beschleunigt. Oder ist es der mangelnde Halt innerhalb der Familie, weil beide Elternteile voll arbeiten gehen müssen um die Familie über die Runde zu bringen. Die Lehrer sagen, wir können nicht die Erziehungsarbeit der Eltern übernehmen und gehen auf die Strasse.

Die Politiker erklären uns, dass die Weltwirtschaftskrise, die nationale Krise, welche durch die Casinomentalität der Banker und Spekulanten verursacht wurde, sei bald vorbei. Nebenbei melden die Tageszeitungen mit 3,7 % die höchsten Arbeitslosenzahlen seit 2006. Das Sozialamt St.Gallen einen dramatischen Zuwachs von 25 % an Antragsstellern. Dabei wird die Spitze erst für 2010 erwartet, wenn die jetzigen Arbeitslosenbezieher ausgesteuert werden. Parallel dazu die Devise der 5.IV-Revision “ Arbeit vor Rente“, die so nicht umgesetzt werden kann und zahlreiche, schmerzliche Opfer innerhalb der Betroffenen fordert. Ihnen fehlt allerdings die Lobby und sie fallen druch alle sozialen Roste. Denner-Chef Philippe Gaydoul mokiert im Tagesanzeiger, das sich Zürich zuwenig um heimische Steuerzahler bemühe. Lieber Pauschalzahler a la Schuhmacher sind gefragt. Wer zahlt denn heute noch Steuern?

2 % angeblicher Sozialwerkebetrüger reichen offenbar aus, um mehr und mehr teure Kontrollen aufzubieten. Herr Merz kratzt dies offenbar weniger, wenn der Steuertopf zwar für die Bankenrettung geleert wird. Aber deshalb den Reichen auf den Schlips treten? Lieber spielt er den Wahlhelfer für Herrn Steinbrück.

Twitter, Facebook wird via Cyber–Attacke lahmgelegt. Grund scheint eine Vendetta gegen einen Blogger aus Georgien zu sein, der hier und anderswo Konten hat und dem man auf diese Art offenbar mundtot machen wollte. Auch eine Form von Internetzensur.

Gewalt kann letztendlich nicht die Lösung sein. Objektive, sachliche Berichterstattung wäre wieder gefragt, um Vorurteile und Fehlinformationen zu vermeiden. Es ächzt und krächzt im Gebälk von Helvetia. Aber sie liesse sich wieder sanieren. Wir müssen nur unsere Einstellung radikal ändern. Detto die Volksvertreter und Wirtschaftsmagnaten. Es ist 2 vor 12 Uhr. Sowie Sandra und andere, die ihren Tod auf Raten sterben. Wir werden solche Fälle künftig nicht verhindern können. Wir können aber von diesen Menschen lernen, wie wir wieder offen und ehrlich miteinander umzugehen. Unsere Egogesellschaft zurückfahren und wie es schon Frau BR Leuthard bei ihrer 1. Augustrede antönte: Das “WIR“ – Gefühl stärker fördern.

Wer kämpft, kann verlieren.
Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

Freitag, 7. August 2009

Der gläserne Anwender

Vorbei scheint bei Apple offenbar die Zeit der Ausreden gegenüber Kundendienst und Garantieansprüchen ihrer Produkte. Mobile Endgeräte wie iPod oder iPhone sollen künftig sogenannte «Consumer abuse events» aufzeichnen – Fälle von falscher Behandlung durch die User. Temperatur-, Feuchtigkeits- und Beschleunigungssensoren sollen gemeinsam darüber wachen, ob das jeweilige Gerät beispielsweise fallen gelassen oder nass wird. (Logo by Apple)

Damit erhält Apple die Information, die es braucht um den Kunden Fehlverhalten vorzuhalten . Inwieweit damit allerdings Garantieansprüche abgewehrt werden können, wird die Zukunft zeigen.

(Quelle: PC-Tipp.ch)

Donnerstag, 6. August 2009

Stress und Zeitdruck


Stress, Zeitdruck und Beschwerden des Bewegungsapparats sind die häufigsten Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz

Die grosse Mehrheit der Erwerbstätigen in der Schweiz berichtet über eine gute Gesundheit (93%). Trotz des guten allgemeinen Gesundheitszustandes bestehen arbeitsbedingte Belastungen und Risiken, die in der aktuellen Rezession verstärkt auftreten können. Langfristig führt dies zu vermehrten Gesundheitsbeeinträchtigungen und Absenzen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft fasst im Bericht «Arbeit und Gesundheit» die wichtigsten Resultate der jüngsten Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2007 hinsichtlich der Arbeitsbedingungen zusammen. Gute Arbeitsbedingungen sind eine Voraussetzung für produktives und innovatives Arbeiten sowie für die Gesundheit der Arbeitnehmenden. Zugleich sind sie ein wichtiger Faktor im globalen Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte. 93% der Erwerbstätigen in der Schweiz betrachten ihren allgemeinen Gesundheitszustand als sehr gut oder als gut.

In der heutigen Arbeitswelt, die stark vom Dienstleistungssektor geprägt ist, sind psychische und nervliche Belastungen weiter verbreitet als physische Belastungen. Schweizweit berichten rund doppelt so viele Erwerbstätige über eine grosse oder teilweise grosse psychische und nervliche Belastung am Arbeitsplatz (41%) wie über eine grosse oder teilweise grosse körperliche Belastung am Arbeitsplatz (23%).

77% der Erwerbstätigen sind zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen, wobei bei den gering Qualifizierten rund ein Drittel unzufrieden ist. Grosse Unterschiede bestehen zwischen den einzelnen Branchen. Die höchste Arbeitszufriedenheit wird in der Landwirtschaft und der Erziehung und Unterricht (je 86%) sowie in der öffentlichen Verwaltung (82%) und dem Gesundheitswesen (80%) festgestellt. Der tiefste Anteil an Zufriedenheit zeigt sich im Gastgewerbe (70%). Bei den psychosozialen Risiken berichten zwei Drittel der Erwerbstätigen über Stress oder Zeitdruck. Spannung am Arbeitsplatz (36%) und Nervosität (33%) kommen oft vor. Rund 10% der Erwerbstätigen verspüren Angst bei ihrer Arbeit. Die Branchen Verkehr und Nachrichtenübermittlung, Banken und Versicherungen, ebenso wie das Gesundheits- und Sozialwesen sind Branchen mit hohen psychosozialen Risiken.

7,7% der Erwerbstätigen sagen, dass sie in den letzten zwölf Monaten am Arbeitsplatz mit einer Mobbingsituation konfrontiert worden sind. In der SECO-Studie zu Mobbing am Arbeitsplatz 2002 betrug der Anteil 4,4%. Eine weitere Studie zu Arbeitsbelastungen in der Schweiz basierend auf der 4. Europäischen Erhebung über die Arbeitsbedingungen von 2005 beziffert den Anteil auf 7,1%.

Die häufigsten physischen Belastungsfaktoren sind stets gleiche Hand- oder Armbewegung (49%), schmerzhafte oder ermüdende Körperhaltung (34%), Tragen oder Bewegen schwerer Lasten (26%), hohe Temperaturen (21%) und starker Lärm (18%). Das sind dieselben Belastungsfaktoren, die bereits bei der Europäischen Erhebung über die Arbeitsbedingungen 2005 erkannt worden sind. Die Branchen betreffend weisen die Land- und Forstwirtschaft, die Industrie und das Baugewerbe hohe physische Belastungen aus. Auffallend ist, dass Erwerbstätige im Gastgewerbe sowohl über vergleichsweise hohe psychische und nervliche Belastungen als auch über hohe physische Belastungen berichten. Der SECO-Bericht «Arbeit und Gesundheit» bietet einen Überblick über die Wahrnehmung der Arbeitsbedingungen 2007 nach Geschlecht, Alter, Teilzeit Vollzeit, Ausbildung, Nationalität, Branchen und Beruf. Die Daten helfen, Risikogruppen zu identifizieren und dienen der SECO-Direktion für Arbeit zur Steuerung der Oberaufsicht in Bezug auf die Arbeitsinspektion.

Die Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) wird seit 1992 alle fünf Jahre im Auftrag des Bundesrates vom Bundesamt für Statistik durchgeführt. Sie ist repräsentativ für die gesamte Schweizerische Bevölkerung bzw. für die Erwerbstätigen in der Schweiz, die in einem Privathaushalt leben. Der Fragenkatalog wurde 2007 neu mit zusätzlichen Fragen zum Thema Arbeit und Gesundheit ergänzt.

Staatssekretariat für Wirtschaft
Internet: http://www.seco.admin.ch/

Dienstag, 4. August 2009

Boxenstopp

Der August begann mit dem Krach und der Luftbelästigung schon so, wie der Juli geendet hat. Es wird ja immer gerne von den Ärzten davon gesprochen, man sollte sich schonen. Aber wo sollte das sein ? Sicher, wenn man krank ist, empfindet man dies oder jenes anders, ist sensibler. Dazu kommt der Ärger mit einer spätpubertierenden Nachbarin (68), die meiner Frau das Leben eben nicht einfacher macht. Sie möchte einfach die Hoheitsrechte über die Waschküche. Es ist ärgerlich, eine alltägliche Geschichte, die man mit ein paar Worten und gutem Willen lösen könnte. Spitex und Ärzte sollten sich plötzlich nach ihr richten. Der Waschplan ist für sie Makulatur. Aber irgendwie entspricht es dem Zeitgeist, das auch der ein oder andere Senior/in sich zum Rowdy entwickelt und die ohnenhin strapazierte Gesundheit zusätzlich strapaziert.
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Dann sind eben mal die Batterien schnell leer, der Magen streikt und gesundheitlich geht es einem nicht besser. Wir nehmen nun für uns in Anspruch, einfach ein paar Tage Erholung zu suchen, um wieder etwas Kraft zu tanken. Wer mich kennt, weiss, dass dies für mich keine einfache Entscheidung ist, den Blog für ein paar Tage alleine zu lassen. Zuviel gäbe es zu berichten von Ungerechtigkeit, Missachtung der Menschen und ihrer Bedürfnisse und Ansprüche - einfach aus dem sozialen Alltag .
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Wir sind überzeugt, nach unserer Rückkehr , wieder alle treuen Leser vorzufinden. Und jenen die zur Zeit etwas am kränkeln sind , hört auf euren Körper und gebt ihm die Chance zu Regeneration. Es gibt Dinge im Leben , die kann man nicht kaufen.Genau so, wie es Menschen gibt, die sich nie ändern werden. Es gibt Abläufe im Alltag die man so akzeptieren muss. Alles andere wäre der Gesundheit abträglich. In diesem Sinne eine schöne Zeit. Für Ungeduldige - einfach wieder mal im Archiv blättern ! Und, wir lesen uns, oder ?

Sonntag, 2. August 2009

Atempause

und bisherige Bilanz der diesjährigen 1.August-Feuerwerksorgien. Zumindest zwei Drittel der Lärm- und Umweltbelästigungen sind absolviert. Es war schon lange nicht mehr so schlimm wie heuer. Tage vorher schon begannen Kinder ohne die Aufsicht Erwachsener in den Quartieren ihre Knallfrösche auf Parkplätzen und Vorplätzen abzufeuern. Von wegen Gesetz – nur am 1. August erlaubt. Und gestern Abend ging es am Stück von 18 Uhr bis heute 3 Uhr morgens. Die Luft war von den diversen Gasen und Verbindungen stark belastet. Verschmutzte Luft ist für alle Menschen schädlich. Besonders betroffen sind aber ältere Menschen, Kinder und Ungeborene. Bei Personen mit Asthma werden durch die verschmutzte Luft Anfälle begünstigt. Für ältere Menschen und Personen mit einer chronischen Atemwegserkrankung kann eine geringfügige Verstärkung des Entzündungsprozesses die noch vorhandenen Abwehrkräfte erschöpfen. Aber auch Tiere leiden. Wir hätten unseren Hund in Bachblüten baden müssen. Sie kam einfach nicht zur Ruhe und zu ihrem seinem Geschäft. Ebenso erging es zahlreichen anderen Tieren.

Zum Teil überstieg der Feinstaub-Gehalt der Luft am 1. August den Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter um das Sechsfache, wie SF Meteo mitteilte. Ab dem Eindunkeln stieg die Feinstaubbelastung vor allem in Städten und Agglomerationen explosionsartig an. Für den Menschen ist saubere Luft lebensnotwendig. Jeden Tag nehmen wir ein Kilogramm Nahrung, drei Liter Flüssigkeit und 10 000 Liter Luft zu uns. Doch während wir unser Essen und Trinken beinahe beliebig aussuchen können, haben wir mit der Luft keine Wahl. (Abriss: Lungenliga) . Der Regen am Sonntagmorgen säuberte die Luft allerdings wieder. Das ist ja dann schon beruhigend zu lesen.

Heute sind die verbliebenen Rasenflächen mit den Resten der Feuerwerkskörper gespickt. Reinigung nach Verursacherprinzip auf Allgemeinkosten, da nicht mehr feststellbar ! Dabei dürfte man in Quartieren und Strassen gar keinen Kracher und Feuerwerkskörper abbrennen. Zumindest wird dann ab Montag der ruhende Verkehr in den Quartierstrassen wieder lückenlos kontrolliert. Ebenso liegt das Zeugs auf den Feldern und Wiesen der Bauern, die zur Abwechslung mal den Feind bei den Bewohnern suchen müssen und nicht bei den Hündlern.

Bei all der Luftverschmutzung vermisse ich die Aktivitäten und Initiativen der Lungenliga und der über 40 Organisationen, die gemeinsam die eidgenössische Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen» lanciert haben. Sie verlangt einen einheitlichen und wirksamen Schutz der Bevölkerung vor dem Tabakrauch in der ganzen Schweiz. Bei erhöhter Schadstoffbelastung treten deutlich mehr Beschwerden und Erkrankungen der Atemwege auf. Aber das ist ja die Krux. Die Raucher stellen nur einen kleinen Teil der Bevölkerung dar. Luftverschmutzung würde alle Teile der Bevölkerung treffen. Damit mag man es sich sicher nicht wegen den traditionellen Feuerwerken am 1. August oder übers Jahr bei jeder Hochzeit usw. anlegen. Es gäbe wahrscheinlich auch Problem mit der Politik. Man sägt sich doch nicht den Ast ab, auf dem man sitzt.

Das Recht der Menschen auf Stille, auf saubere Luft und reines Wasser, auf Wiesen und Wälder und auf nicht verunreinigte Lebensmittel gehört in die Verfassung aller Staaten. Woher stammt dieser fromme Wunsch. Von der Seite der Lungenliga Schweiz.

Ja und übrigens, die Feuerwehren mussten wieder zahlreiche Einsätze fahren und Feuer löschen. 1 Toter und mehrere Schwerverletzte und grosser Sachschaden sind bis heute zu beklagen. Aber abends geht es dann sicher weiter, dann wenn der Regen vorbei ist und die Luft wieder gereinigt ist und alle Spuren verwischt sind. Hoffentlich ohne Menschenschaden. Denn es ist ja der Nationalfeiertag und es ist Tradition. Was scheren mich da die anderen.