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Gemäss den letzten Ergebnissen der Sozialhilfestatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) haben im Jahr 2007 im Kanton Freiburg 5900 Personen Sozialhilfeleistungen bezogen. Dies entspricht einer Sozialhilfequote von 2,3 Prozent.
Im Vergleich dazu betrug der Schweizer Durchschnitt 2006 rund 3,3 Prozent. In der Stadt Freiburg ist die Sozialhilfequote am höchsten (5,4%); folglich ist der Bezirk Saane vom Bedarf nach Sozialhilfe am stärksten betroffen (3,5%).
Rund ein Drittel der Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger (31,2%) haben eine Voll- oder Teilzeitstelle. Diese reicht jedoch nicht aus, um ihre eigenen Bedürfnisse sowie jene ihrer Familie zu decken.
Das Risiko, Sozialhilfe beziehen zu müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab wie dem Alter, der beruflichen Situation, der Nationalität und der Struktur der Unterstützungseinheit. Die Sozialhilfe konzentriert sich in den Städten. Je grösser die Gemeinde, desto höher ist normalerweise ihre Sozialhilfequote. Diese beträgt in der Stadt Freiburg, wo 30,6 Prozent aller Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger des Kantons wohnen, 5,4 Prozent. Der Bezirk Saane ist vom Bedarf nach Sozialhilfe folglich am stärksten betroffen (3,5%), gefolgt vom Bezirk Greyerz (2,1%) mit der Stadt Bulle, wo die Sozialhilfequote 3,4% erreicht.
Die anderen, aus kleinen und mittleren Gemeinden zusammengesetzten Bezirke weisen deutlich geringere Quoten auf (zwischen 1,2% im Bezirk Glâne und 1,7% im Bezirk Sense). Die Ergebnisse der Schweizerischen Sozialhilfestatistik zeigen, dass die Empfängerinnen und Empfänger häufiger in der Stadt leben, weil sie dort näher an den öffentlichen Verkehrsmitteln und den Infrastrukturen sind. Zudem ist die Chance in der Stadt grösser, eine Arbeit in der Nähe des Wohnortes zu finden.
Eine Arbeit schützt nicht vor dem Risiko, Sozialhilfe beziehen zu müssen
Unter den über 15-jährigen Sozialhilfeempfängerinnen und -empfängern gehen 31,2 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach. Etwas mehr als die Hälfte dieser erwerbstätigen Personen arbeiten sogar Vollzeit. Das bedeutet, dass für diese Personen die Arbeit keine ausreichende finanzielle Basis darstellt, um ihren Lebensunterhalt und jenen ihrer Familie zu bestreiten. Analysiert man die Einnahmequellen der Privathaushalte, die von der Sozialhilfe unterstützt werden, stellt man fest, dass 53,2 Prozent einzig von der Sozialhilfe abhängig sind. Die übrigen 46,8 Prozente ziehen ihre Einnahmen aus diversen Quellen. Die Sozialhilfe bildet so einen Zusatz zu den Einnahmen aus der Arbeit, den Sozialversicherungen und anderen Sozialleistungen.
Grosse Unterschiede zwischen den AltersgruppenDas Risiko, von der Sozialhilfe abhängig zu sein, kann je nach Altersgruppe stark unterschiedlich sein. Im Kanton Freiburg ist das Sozialhilferisiko bei den jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) mit einer Quote von 3 Prozent überdurchschnittlich hoch. Der Einstieg in das Arbeitsleben ist für die jungen Leute demnach eine Armutsbedrohung. Einerseits ist es für sie aufgrund fehlender Berufserfahrung schwieriger, eine Stelle zu finden, und andererseits erhalten sie nur wenig oder keine Arbeitslosenunterstützung. Generell nimmt die Quote mit zunehmendem Alter ab; so sind die 65-79-Jährigen, die eine Altersrente beziehen, selten auf Sozialhilfe angewiesen (0,1%).
Ohne Ausbildung erhöht sich das SozialhilfeabhängigkeitsrisikoIn Freiburg besitzen 47,5 Prozent der über 18-jährigen Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger keine abgeschlossene Berufsausbildung, während der entsprechende Anteil in der Gesamtbevölkerung des Kantons lediglich 35,8 Prozent beträgt. Dies bedeutet also, dass die Personen ohne Ausbildung beim Bezug von Sozialhilfe übervertreten sind. Diese Feststellung tritt bei den 18-25-Jährigen noch deutlicher zutage: 75,8 Prozent von ihnen verfügen über keine abgeschlossene Ausbildung, während dieser Anteil in der Gesamtbevölkerung lediglich 32 Prozent beträgt. Eine fehlende Ausbildung erschwert den Einstieg ins Berufsleben und erhöht das Sozialhilferisiko, und somit das Armutsrisiko, beträchtlich. Die Massnahmen des Kantons zugunsten der Stellensuchenden sowie die geplanten Eingliederungsmassnahmen sollen die negativen Auswirkungen einer fehlenden Ausbildung einschränken.
Geschiedene und Alleinerziehende am stärksten betroffenBetrachtet man die Sozialhilfequote nach Zivilstand, stellt man fest, dass die geschiedenen Personen mit 5,9 Prozent das höchste Risiko aufweisen, von der Sozialhilfe abhängig zu werden (Schweizer Durchschnitt 2006: 7,2%), gefolgt von den ledigen Personen (2,4%). Demgegenüber beziehen verwitwete oder verheiratete Personen mit einer Quote von 0,4 bzw. 1,4 Prozent selten Sozialhilfe. Betrachtet man die Fallstruktur der Empfängerinnen und Empfänger, so sind die Alleinerziehenden mit einer Unterstützungsquote von 14,3 Prozent übervertreten.
Bundesamt für Statistik