Donnerstag, 3. Dezember 2009

Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen

Behinderte Menschen nehmen stark am beruflichen und sozialen Leben teil – jedoch weniger als die übrige Bevölkerung.Am 3. Dezember 2008 wird das Bundesamt für Statistik (BFS) anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung einen ersten Indikatorensatz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen publizieren.

Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist ein wichtiges Thema des Gleichstellungsgesetzes. Die behinderten Personen im Erwerbsalter (15-64 Jahre) nehmen zwar relativ intensiv am Arbeitsmarkt teil, liegen aber hinter den Personen ohne Behinderung zurück (64% gegenüber 84%). Dies liegt einerseits an Barrieren bei der Einstellung und andererseits an objektiven Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, wobei beim heutigen Stand der Informationen nicht gesagt werden kann, wie hoch der jeweilige Anteil dieser Faktoren ist. Behinderte Erwerbstätige sorgen sich stärker als jene ohne Behinderung, dass sie ihre Arbeit verlieren und keine vergleichbare Beschäftigung mehr finden. Lediglich 35 Prozent (gegenüber 43% bei den nicht behinderten Personen) haben keine Angst vor einem Arbeitsplatzverlust und 26 Prozent (gegenüber 42%) geben an, ohne Schwierigkeiten eine neue, vergleichbare Erwerbstätigkeit zu finden.

Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und Mobilität

Ein weiterer Schwerpunkt des Gleichstellungsgesetzes ist die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und der Zugang zum öffentlichen Verkehr. In diesen beiden Bereichen sind die Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen offenkundig: 53 Prozent der behinderten Personen nehmen am gesellschaftlichen Leben teil (gegenüber 65% der nicht behinderten Personen), und 10 Prozent können nicht selbständig oder nur mit Mühe mit den öffentlichen Verkehrsmitteln reisen (gegenüber 1%).

Behinderte Menschen in der Schweiz

Gemäss der vom BFS übernommenen Definition gelten in der Schweiz rund 865'000 Personen in Privathaushalten als behindert; davon sind etwas mehr als ein Drittel (etwa 300'000) in ihren Aktivitäten stark eingeschränkt. Darüber hinaus leben rund 37'000 Personen in Institutionen für Behinderte und 135'000 Personen in Alters- oder Pflegeheimen. Damit leben in der Schweiz insgesamt rund eine Million Personen mit Gesundheitsproblemen, die sie mehr oder weniger stark einschränken. Mit steigendem Alter nimmt ihr Anteil in der jeweiligen Altersgruppe deutlich zu.

Themenfelder

Die neue Statistik beruht hauptsächlich auf der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2007 und zielt darauf ab, Stand und Entwicklung der Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in der Schweizer Gesellschaft zu messen. Sie gibt zunächst einen allgemeinen Überblick zu den Menschen mit Behinderungen in der Schweiz (Anzahl, Porträt, Art der Behinderung). Darüber hinaus geht sie auf Gleichstellungsfragen ein und vergleicht dazu systematisch die Lebenssituation von Personen mit und ohne Behinderungen. Folgende Themenfelder werden durch die Statistik abgedeckt: Bildung, Erwerbstätigkeit, Lebensstandard, individuelles Wohlbefinden und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

BUNDESAMT FÜR STATISTIK