Vom Fest der Freude über Christi Geburt, ist ja Weihnachten inzwischen zum kommerziellen Schenkfestival verkommen. Ja, es ist bald wieder soweit. Wer kann denn all der schönen neuen Technik im Haushalts-, Unterhaltungs- und IT-Bereich widerstehen. Die Werbung vermittelt uns ja mit immer ausgefeilteren Werbebotschaften, wie wichtig es für den Stromverbrauch sei, doch endlich flach zu Fernsehen, energiesparend am PC zu tokeln und immer grüner und schneller durch das Internet zu surfen. Steroanlagen werden mit Lautsprecherboxen ausgeliefert, womit man früher einen ganzen Stadtteil unterhalten konnte. Die Hörschäden der Jugendlichen nimmt man billigenden im Kauf. Phonak lässt sich bedanken. Die IV weniger.
Heute, wo die 12-jährigen Mädchen schon aussehen wie 20-jährige , da ist einfach die Zeit ihre Lieblingsbeschäftigung - das Simmsen - auf immer neueren Handy-Modellen an die Frau, sprich Mann zu bringen. Der Mann von Welt braucht unbedingt sein Alleskannich-Handy mit Supervertrag und 10 Megapixelcamera für die 20-jährigen Teenager und dessen Standortbestimmung. Die Konsumentenstimmung muss angekurbelt werden. Damit die Wirtschaft und somit gibt es wieder mehr Arbeitplätze (sagen die Experten) . Klingt irgendwie logisch, ist aber grundlegend falsch. Selten übereinstimmen Theorie und Praxis. Hoffen darf man aber.
Es ist ja hinlänglich bekannt - wir stecken mitten in der wahrscheinlich grössten Wirtschaftskrise. Wie lange sie uns noch bis zur Nasenspitze reicht, werden die nächsten Monate zeigen. Somit ergibt sich aber für die ganze Gesellschaft der westlichen Sphäre ein kleiner Existenz bedrohender Unterschied. Das eine ist die grosse Wirtschaftskrise, verursacht durch die Bankenkrise und Überschätzung mancher Möchtegern-Manager. Und das Zweite, ist für uns als Kleinbürger weit näher und im Alltag bestimmender - die private Krise, respektive die Überschuldung – der Konkurs in all seinen Facetten - von privat bis Firmen. Sie trifft die Leute härter und früher als die allgemeine Wirtschaftskrise. Steigende Arbeitslosenzahlen sind erste Vorboten dafür, dass es der ein oder andere im privaten Umfeld es nicht mehr schafft, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Der Leasingvertrag für den BMW hängt wie ein Betonklotz am Bein. Es geht ums Eingemachte. Mieten wird auch nicht eben mal billiger.
Schuldenfalle
Viele Arbeitslose, speziell Langzeitarbeitslose, sahen ihr Heil auf den Weg in die Selbstständigkeit, wozu sie nicht selten die letzten Ersparnisse zusammengekratzt haben oder sich in der Familie, Verwandtschaft oder bei Freunden Geld besorgt haben. Nicht selten getrieben von dem Umstand, dass die Arbeitplätze immer weniger wurden und die staatlichen Vermittler wenige finanziell tragende Jobs zu vergeben hatten. Sie sind das Schwächste Glied im Wirtschaftskreislauf. Umsomehr ihnen der Markt wenig Chancen bietet sich dauerhaft zu etablieren. Normal braucht es etwa 2 -3 Jahre bis man sich im Markt behaupten kann. Manche sehen in der Selbständigkeit eine Flucht zur Beendigung ihres Untergebenenstatus. Andere wieder sind der festen Überzeugung, sie bringen dem Markt die Innovation, welche schon lange überfällig ist. Sie möchten alles anders, besser machen und scheitern schlussendlich an denselben Fehlern wie ihre ehemaligen Arbeitgeber und Vorgänger. In der Vergangenheit haben wir ja alles ungeprüft übernommen, was über den grossen Teich schwappte. Keine Idee war zu schräg, als das wir sie nicht als Vorbild sahen und flugs übernahmen. Wir sahen in Amerika den grossen Vordenker für Erneuerung, Innovation und Welthandel. Gerne wurde dabei manches flissentlich übersehen. Auch die ersten Mahner dagegen, wurden zum Schweigen gebracht.
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Risken
Ein Teufelskreis, aus dem es fast kein Entkommen gibt. Sicher , mit Hilfe von Freunden und einer günstigen Prognose schafft es ein kleiner Prozentsatz via Privatkonkurs. Alle anderen sind ihr Leben lang mit Schuldverschreibungen behaftet. Hier schafft sich der Staat selbst seine Sozialfälle. Denn würde man die Gesetze dahingehend ändern, dass jemand per Betreibungsstopp a la america noch eine zweite Chance bekommt, wird betrieben und gepfändet bis der Arzt kommt.
Ich befürworte in keinster Weise das Schuldenmachen. Aber die Chancen jemals aus dieser Schuldenfalle rauszukommen sind eher gering. Paradox aber tägliche Praxis. Es muss ja nicht immer an dem Kleinunternehmer oder der Person des Inhabers liegen, wenn die Firma den Bach ab ging. Zu mangelnder Zahlungsmoral kommt es hüben und drüben.Während also die Grossen auf der Karriereleiter eher aufsteigen, bleibt dem Kleinen oft nur die Faust im Sack. Dabei spreche ich explizit von unverschuldeten Fällen und nicht von Möchtegernunternehmern mit ausgeprägtem Grössenwahn. Auch im privaten Alltag warten viele Fallstricke, Scheidungen, Krankheiten und persönliche Schicksalsschläge die einem runterziehen. Hier wäre mal ein Umdenken im Gesetz angebracht. Innovation und Reform kann den Staatssäckel entlasten und kann manche private Tragödie helfen zu verhindern oder zumindest mindern.
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Ja und beim Konsumwahn klappt es hoffentlich bald mit einer Schutzimpfung.
Dringend notwendige Reform im Betreibungsverfahren / Erholung der Konsumentenstimmung